Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
Arne Dahl - Sieben minus eins
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"Die eisblaue Spur" von Yrsa Sigurðardóttir

Das Eis bewahrt vieles
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Oddný Hildur, eine Geologin, ist allein im Bürotrakt eines Arbeitscamps auf Grönland. Es ist Winter und ein Schneesturm lärmt um die Baracken. Ein unangenehmes Gefühl beschlich sie. War sie doch nicht allein? Hildur hatte bei einem isländischen Bauunternehmen angeheuert, um diesen Job hier an der Ostküste von Grönland zu machen. In diesem abgeschiedenen Camp, an diesem gottverlassenen Ort. Das unheimliche Gefühl ließ nicht nach. War etwas da draußen in der grönländischen Nacht? Da, eine Bewegung. Sie steht auf und sieht nach draußen. Da sitzt ein großer, zottiger Schlittenhund und starrt sie an. Ein Schauer lief über ihren Rücken.

Dóra hat sich mit Scheidungen, Insolvenzen und diversen Finanzsachen herumzuschlagen. Die Kanzlei ging momentan nicht so gut, was unter anderem auch an der isländischen Finanzkrise lag. Da bietet Matthias, ihr deutscher Freund, der inzwischen von Deutschland nach Island gezogen ist und einen Job an einer Bank angenommen hat, ihr einen Auftrag an. Die Bank, in der er beschäftigt ist, bürgt für einen Bauunternehmer, der für einen britischen Bergbaukonzern auf Grönland arbeitet und Gefahr läuft, seinen Vertrag nicht einzuhalten. Grund dafür ist, dass sich die Mitarbeiter weigern, an ihren Einsatzort zurückzukehren. Die Baufirma soll Testbohrungen und Baumaßnahmen für die Gewinnung von Bodenschätzen durchführen. Zwei Männer sind noch im Camp aber jeder Kontakt zu ihnen ist verloren gegangen. Und Dóra erfährt, dass vor einem halben Jahr schon einmal eine Person spurlos verschwunden ist - eine Geologin. Und kurz bevor der Kontakt zu den zwei Männern abgerissen ist, konnte jemand noch ein mysteriöses Video versenden. Eine Videosequenz wie aus einem Horrorfilm. Nach einigem Zögern nimmt Dóra diesen Auftrag an und fliegt mit Matthias, Bella, der Sekretärin und noch vier Angestellten der Baufirma nach Grönland.

  Yrsa Sigurðardóttir bei schwedenkrimi.de
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- Autoreninterview 2011
Autoreninterview 2010
Autoreninterview 2008
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Nahe dem Arbeitscamp liegt eine kleine grönländische Siedlung - Kaaneq, was soviel wie Hunger bedeutet. Als sie im Camp ankommen, finden sie keine Spuren von den zwei verschwundenen Arbeitern. Das Lager war menschenleer, alle Verbindungen zur Außenwelt zerstört. Was war geschehen? War es höhere Gewalt, dann mußte die Bank nicht für die Garantie eintreten, War es Mord? Wenn ja, wer war es und wo sind die Leichen? Dóra bringt in Erfahrung, dass die Arbeiter mit Mißtrauen und Abneigung empfangen worden sind. Waren es die einheimischen Eskimos?

Bis alle Rätsel gelöst sind, liegt viel Arbeit vor Dóra und ihrem Team. Viele erschreckende und traurige Geschehnisse treten zu Tage. Yrsa beschreibt, welche verheerende Wirkungen das Zusammentreffen zweier Kulturen haben kann. Welche Auswirkungen dies auch noch bis in unsere heutige Zeit hat. Indem man den Ureinwohnern ihre Lebensgrundlage nimmt, ihre Lebensgewohnheiten und ihnen dafür den Alkohol, Umweltverschmutzung und die Krankheiten bringt. Wie dies Dorfgemeinschaften und persönliche Beziehungen zu Grunde richtet. Doch Alkohol und psychologischer Stress waren auch unter den Bewohnern des Camps verbreitet. Hinzu kam, was man heute als Mobbing bezeichnet und sie beschreibt, welche verheerenden Folgen dieses Mobbing auf so begrenztem Raum und in dieser Isoliertheit eines Arbeitscamps anrichten kann.

Natürlich darf bei Kriminalromanen von Yrsa Sigurðardóttir das mystische und gespenstische Element nicht fehlen. Für diese Elemente hat die mystische Welt und Religion der Eskimos viele Facetten zu bieten. Dóra stößt bei ihren Erkundigungen auf viele unerklärliche Aussagen, auf Skelette und religiöse Totem. Das Team wird von den Einheimischen aufgefordert, diesen Ort zu verlassen, denn sie würden das Böse stören, das dort wohnt. Hier an diesem Ort sollte niemand sein. Weder Mensch noch Tier. Und wer ist dieser mysteriöse alte Eskimo, der mit seinem Hundeschlitten um das Camp schleicht. Ein Schamane, ein Wächter? Waren die Arbeiter auf ein verlassenes Gräberfeld gestoßen und haben damit die Totenruhe gestört? Einen heiligen Ort der Eskimos entweiht? Warum starben alle Einwohner dieses kleinen grönländischen Dorfes vor vielen Jahren? War es wirklich der Hunger? Es tauchen Tupilaks auf, geschnitzte Figuren, die mystische und spirituelle Wesen darstellen sollen. Dieses Wort Tupilak hat die Bedeutung von Seele oder Geist eines Verstorbenen. Hat sich demnach die Prophezeiung dieses Ortes erfüllt, dass sich die Verstorbenen ihre Seelen zurückholen? Yrsa mischt wieder mystische Begebenheiten und Erscheinungen, Aberglauben und Verbrechen zu einem spannenden und unterhaltsamen Kriminalroman. Der Humor darf natürlich auch nicht fehlen in den Scharmützeln zwischen Dóra und ihrer Sekretärin Bella. Sicherlich schöpft sie auch aus ihrem reichen Erfahrungsschatz als Ingenieurin im Hochland von Ostisland, als sie dort am Kárahnjúkar Projekt mitgearbeitet hatte. Deshalb sind auch die Beschreibungen des Stresses, der Alkoholprobleme und des Mobbings, die in so einem Arbeitscamp, wo Menschen isoliert miteinander auskommen müssen, gelungen. Probleme, die auf so engstem Raum sehr schnell eskalieren können. Am Ende kommt  alles zu Tage und es stellt sich heraus, dass der Lauf des Lebens unergründlich ist. Alle Toten finden ihre Ruhe. Oder wie es im Buch jemand beschreibt: "Das Eis bewahrt vieles und zerstört nichts. Aber am Ende gibt es alles frei, was es einmal verschlungen hat". Nur der alte Eskimo, der Hüter, geht seinen vorgeschriebenen Weg.

Vielen Dank an Jürgen Ruckh aus Esslingen
© Dezember 2009 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien

"Das glühende Grab" von Yrsa Sigurðardóttir

Wer war der Böse?
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In der Nacht zum 23. Januar 1973 brach ohne jede Vorwarnung ein neuer Vulkan auf Heimaey, der größten Insel der Westmännerinseln, aus. Der Feuerberg "Eldfell", direkt neben dem Helgafell, der etwa 5000 Jahre inaktiv war, spukte Lava und Asche aus. Alle Insulaner wurden noch in derselben Nacht mit Fischerbooten aufs Festland evakuiert, niemand kam zu Schaden. Der Ausbruch dauerte fünf Monate, und als sich die Erde wieder beruhigt hatte, war die Insel um zwei Quadratkilometer größer, etwa 300 Häuser waren unter der Lava verschwunden, die Übrigen unter einer meterhohen Schicht aus Asche und Bimsstein begraben. Island hatte sein "Pompeji des Nordens".

32 Jahre später beginnt eine Reise in die Vergangenheit. Meterdick unter Vulkanasche begrabene Häuser warten auf eine Wiederentdeckung. Eine Projektgruppe mit dem Namen "Pompeji des Nordens" beginnt, diese Häuser nach über 30 Jahren dem Vergessen zu entreißen. Dieses Ausgrabungsprojekt nimmt Yrsa Sigurðardóttir zum Ausgangspunkt ihres dritten Kriminalromans "Das glühende Grab" (Aska).

Das erste Kapitel beginnt damit, dass Dóra, eine in den mittleren Lebensjahren stehende, geschiedene und etwas unbequeme Rechtsanwältin, mit einem Archäologen im Elternhaus eines Klienten in Heimaey auf den Westmännerinseln wartet. Als Teil des Archäologieprojektes ist dieses Haus an der Reihe, der Asche entrissen zu werden. Der Asche, die das elterliche Haus während des Vulkanausbruches von 1973 verschlungen hat. Der Klient, der jüngere Sohn eines "Fangquotenkönigs" hat eine richterliche Genehmigung bekommen, eine Kiste aus dem Keller für sich zu bergen, bevor die Archäologen damit beginnen, die Hinterlassenschaften seiner Familie zu durchsuchen.

Aber der Klient findet mehr als diese Kiste - mumifizierte menschliche Überbleibsel - und die Kiste, welche er für eine alte Jugendliebe aus der Schulzeit gelagert hatte, enthält noch etwas schrecklicheres. Plötzlich hat der Klient einen Haufen Ärger am Hals, während Dóra, die bewährte Rechtsanwältin, versucht, die Unschuld ihres Klienten zu beweisen. Damit hat die etwas renitente Rechtsanwältin alle Hände voll zu tun. Dunkle und schreckliche Geheimnisse werden ausgegraben. Geheimnisse, die vermeintlich für immer und ewig verschwunden zu sein schienen. Verschwunden vor über drei Jahrzehnten mit den durch Lava und Asche verbrannten Häusern in einer kalten Nacht im Januar auf den Westmännerinseln. Und, was das Geschehen noch schrecklicher macht, stirbt die damalige Jugendliebe unter merkwürdigen Umständen. Die einzige Person, die Dòras Fragen nach dem makaberen Inhalt des mysteriösen Kartons vielleicht hätte beantworten können. Und die ihren Klienten hätte entlasten können.
Buchtipp
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
Alle Beteiligten hatten schreckliche Fehler gemacht und alle waren sich viel zu spät der Folgen bewusst geworden. Dóra hatte in ihrem Job schon so viel Unerklärliches erlebt, dass sie das nicht überraschte. Als Juristin hatte Dóra gelernt, Menschen nicht nach ihren Fehlern zu beurteilen. Viele Fehltritte ihrer Mandanten beruhten auf purer Dummheit, andere auf falschen Entscheidungen, die übereilt und in ausweglosen Situation getroffen wurden. Und wieder hat Dóra einen Fall, der sich als eine menschliche Tragödie entpuppt.

Die Handlung des Krimis ist gut durchdacht, logisch und nicht zu kompliziert, als dass der Leser aufgibt. Dinge, die zu Beginn absolut beiläufig und ohne Beziehung zu der eigentlichen Handlung erscheinen, machen zum Schluß Sinn, alles geht auf, ein Knoten ist an jedes lose Ende gemacht worden. Wobei die Aufarbeitung der Handlung im letzten Kapitel jedoch etwas zu hastig ausgeführt zu sein scheint. Wohltuend ist in diesem Buch, dass Dóras deutscher Freund Matthias, im Hintergrund bleibt. Hat sein Auftauchen in dem vorherigen Kriminalroman etwas erzwungenes, so läßt Yrsa ihn in "Das glühende Grab" nur per Telefon mitwirken. Und er hat nichts mit der Lösung des Falles zu tun. Offen bleibt, wie es mit dieser Beziehung weiter geht. Matthias hat einen Job in Island angeboten bekommen aber seine Entscheidung ist noch in der Schwebe. Auch Dóra weiß nicht, ob sie überhaupt will, dass er nach Island kommt. "Sie wollte, dass er nach Island kommt, aber sie wollte auch frei und unabhängig sein." Und so übernimmt, Bella, die Sekretärin aus dem Rechtsanwaltsbüro den Part von Matthias. Das gibt Yrsa Sigurðardóttir Gelegenheit, hier und da komische und skurrile Passagen einzubauen.

Yrsa, die seit ihrem ersten Kriminalroman "Das letzte Ritual" auch immer einen gespenstischen oder mystischen Aspekt in ihren Büchern einwebt, hält sich auch hier etwas zurück. Nur in einem Kapitel, dem Kapitel 29, ist ein Hauch davon zu spüren. Dóra und Bella dringen nachts in das abgesperrte Ausgrabungsgebiet ein. Alles ist still und schaurig. Sie gehen auf einer Straße, die mehr als 30 Jahre begraben war, eine Geisterstadt, in der Schrecken erregende Ereignisse stattgefunden haben. "Dóra hatte das unangenehme Gefühl, aus den zerbrochenen Fenstern der unbewohnten Häuser beobachtet zu werden. Natürlich wusste sie, dass außer Bella kein menschliches Wesen in der Nähe war, fühlte sich aber dennoch unwohl.(...) Es war nicht schwer, sich eine staub verschmierte Frau mittleren Alters vorzustellen, die im Morgenmantel am Fenster stand und darauf wartete, dass das Leben dort weiterging, wo es im Januar 1973 so urplötzlich aufgehört hatte." Dieses Kapitel zeigt, dass Yrsa die Fähigkeiten besitzt, die erforderlich sind, um verwirrende Gefühle und anschauliche Details zu beschreiben, die eine mystische und gespenstische Stimmung beim Leser hervorrufen."Das glühende Grab" ist wieder ein Buch, das man in einem Zug durchlesen kann und das einen gut unterhält. Oft hat man Anlaß zum Schmunzeln über diese desperate Rechtsanwältin, Mutter und frischgebackene Oma, die nicht nur ihren Fall lösen sondern auch noch ihre Kinder und eine etwas aufsässige Sekretärin am Hals hat. Der Schluß, die Lösung des Falles, ist wiederum ein gelungener Dreh, mit dem wohl wenige gerechnet haben.

Vielen Dank an Jürgen Ruckh aus Esslingen
© Dezember 2008 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien

"Das gefrorene Licht" von Yrsa Sigurðardóttir

Zum Menschsein war ich bestimmt
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Aber wo sind die Verbrechen? Das ist es! Hier muß eine Untersuchung stattfinden.
(Halldór Laxness: Am Gletscher)

Der geheimnisvolle Snæfellsjökull ist unter allen magischen Bergen Islands der mit der größten Ausstrahlung und Anziehungskraft. Schon manchen Dichter und Schriftsteller zog der Gletscher in seinen Bann. Das Interesse am Snæfells-Gletscher und seiner Stilisierung zu einem symbolhaften, mythischen Ort bezieht sich auf Jules Vernes Roman "Voyage au centre de la terre". Den Schriftsteller und Nobelpreisträger Halldór Laxness inspirierte der wundersame Berg zu seinem Roman "Am Gletscher". "Okkultisten in der ganzen Welt kennen diesen Punkt, haben ihn immer gekannt. In diesem Gletscher ist eine der bedeutendsten natürlichen Energiequellen unseres Sonnensystems enthalten". Esoteriker sehen im Snæfellsjökull das größte Energiezentrum der Erde und das "dritte Auge" Islands. Dieser mystische und majestätische Vulkan, bei klarem Wetter auch von Reykjavik aus zu sehen, und die nähere Umgebung, ist der Ort, an dem der zweite Kriminalroman von Yrsa Sigurðardóttir "Das gefrorene Licht" spielt.

Der neue Fall für Dóra Guðmundsdóttir beginnt, als sie einen Anruf von Jónas Júlíusson erhält. Diesen hat sie beim Abschluß eines Kaufvertrages unterstützt, als er ein Grundstück mit einem Bauernhof in Snæfellsnes kaufte, um dort ein Wellness- bzw. Esoterikhotel aufzubauen. Nun möchte er die Verkäufer auf Schadenersatz verklagen, da nach seiner Meinung, ein verdeckter Mangel ans Licht gekommen ist. Es soll dort spuken - übernatürliche Phänomene verderben die Schwingungen. Und dies ist für ein Esoterikhotel sehr abträglich. Dóra läßt sich dazu überreden ein Wochenende im Hotel zu verbringen, um alte Unterlagen durchzusehen und um die Menschen, die dort leben zu befragen, ob es dort wirklich spukt. Im Grunde aber fährt sie dort hin, um sich zu entspannen. Sorgen belasten sie. Ihr siebzehnjähriger Sohn wird bald Vater, Schulden drücken sie und ihr geschiedener Mann macht wieder Streß. Also fährt sie auf die Halbinsel, um Jónas von der Klage abzubringen. Kaum ist Dóra im Hotel angekommen, geschieht ein Mord. Birna, die Architektin, die das Hotel gebaut hat und nun einen Umbau planen soll, wird auf grausame Weise ermordet. Jónas gerät unter Mordverdacht. Birna hat sich sehr für die Geschichte dieses Ortes interessiert. Sie wollte unbedingt mehr über den Ort mit den Bauernhöfen Kirkjustétt und Kreppa und seinen ehemaligen Bewohnern wissen, um ein Gefühl für die Gegebenheiten zu bekommen. War es möglich, dass sie den schwelenden Zorn eines Verstorbenen aufgewühlt hat und ihr das zum Verhängnis wurde? Und was haben die Stecknadeln zu bedeuten, die in den Fußsohlen der Toten steckten?

Dóra stößt bei ihren Nachforschungen auf alte Spukgeschichten, auf Geschichten von ausgesetzten Kindern, Strandweibern und Wiedergängern. Sie findet eine alte Hakenkreuzfahne und hört Geschichten über die nationalsozialistische Bewegung auf Island während des zweiten Weltkrieges. Hat dies etwas mit dem Mordfall zu tun? Und sie stößt auf die Familiengeschichten der Bewohner von Kirkjustétt und Kreppa. Und auf einen Mädchennamen - Kristin. Wer war Kristin? Und spukt es wirklich in dem Hotel? Was hat das Weinen eines Kindes zu bedeuten, das in der Nacht zu hören ist? Stimmt die Sage von den ausgesetzten Kindern, von den Wiedergängern? Den Toten, die aus den verschiedensten Gründen keine Ruhe finden und ihr Unwesen treiben? Die Afturganga, die Wiedergänger, töten oft Menschen oder verschleppen sie durch offene Gräber in die Hölle.

Aber Dóra, die nicht an diese Geschichten glaubt, hält sich an die weltliche Ermittlungen. Unterstützung erhält sie dabei wieder von Matthias, der sie auf Island besuchen möchte und der, als er von der Toten hört, sofort nach Snæfellsnes eilt. Und die beiden stoßen auf einige Verdächtige. Auf Magnús, einem alten Politiker und seinen Enkel Baldvin, ein aufstrebender Politiker, dem eine ausgezeichnete Zukunft vorausgesagt wird. Und Bergur und seine Frau Rósa. Er hatte ein Verhältnis mit Birna und fand die Tote. Aber immer wieder stößt Dóra auf die alte Familiengeschichte der Bewohner der Bauernhöfe Kirkjustétt und Kreppa.

Dann gibt es einen zweiten Toten. Eirikur, der Hellseher aus dem Hotel, wird tot aufgefunden. Sein Tod ist mehr als bizarr. Auch unter seinen Fußsohlen stecken Nadeln. Wer hat hier Angst vor den Toten und möchte vermeiden, dass diese wieder auf der Erde wandeln? Matthias und Dóra verfolgen noch manche Fährte, bis sie zum Schluß die Morde aufklären. Und bis dahin hat Dóra noch einige Aufregungen mit ihren Kindern hinter sich gebracht und ist Großmutter geworden. Auch die Beziehung mit Matthias wird intensiver und weiter gepflegt, obwohl Dóra keine Hoffnung hat, dass es eine feste Bindung geben wird.

Yrsa Sigurðardóttir verquickt auch in ihrem zweiten Krimi wieder Mystik mit Realem. Der Leser bekommt abermals einen Einblick in die Sagen und Geisterwelt, in die Märchen Islands. Gekonnt verwebt Yrsa diese mystische Fabelwelt mit den brutalen Morden und den doch eher Vernunft bezogenen Ermittlungen. Und so hat die Lösung des Falles eine weltliche, nichts desto trotz schreckliche Erklärung: "dass die Schatten alter Sünden ewig währen und man sich nicht vor ihnen verstecken kann."

Und der Gletscher, der geheimnisvolle Vulkan Snæfellsjökull?

"Ein eigenartiger Berg. Des Nachts, wenn die Sonne hinter den Bergen steht, wird der Gletscher zu einem stillen Schattenbild, das in sich selbst ruht und Menschen und Tieren das Wort "nie" zuatmet, das vielleicht "stets" bedeutet. Komm, Hauch des Todes!"
(Halldór Laxness: Am Gletscher)

Vielen Dank an Jürgen Ruckh aus Esslingen
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