Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin

Interview mit der Autorin Yrsa Sigurðardóttir

Die Schriftstellerin Yrsa Sigurðardóttir
Yrsa Sigurðardóttir - Foto: Atli Mar Hafsteinsson
Ende 2009 kam bereits der vierte Band um die Anwältin Dóra der isländischen Autorin Yrsa Sigurðardóttir in Deutschland heraus. Unser Autor Jürgen Ruckh hatte wieder die Gelegenheit Yrsa zu diesem Buch einige Fragen zu stellen.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Hast Du Grönland für Recherchen besucht oder warst Du beruflich oder in Deinem Urlaub in diesem Land?

Yrsa Sigurðardóttir:
Ich habe zwei Reisen nach Grönland unternommen, während ich an diesem Buch schrieb und obwohl ich sie für Recherchen gemacht habe, habe ich es geschafft, einen halben Urlaub aus beiden zu machen, da das Land auf eine völlig einsame Art und Weise unglaublich schön ist.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Eine erhebliche Menge von der Kultur und Religion der Eskimos wird in dem Buch beschrieben. Hast Du mit dieser Art von Kultur schon vorher zu tun gehabt oder hast Du sie studiert, während Du das Buch geschrieben hast?

Yrsa Sigurðardóttir:
Ich hatte keine speziellen Kenntnisse von der Kultur oder Religion außer was ich in der Schule gelernt und im Fernsehen gesehen und in den Zeitungen gelesen hatte. Demzufolge mußte ich eine Menge nachlesen und fand sogar mehr heraus, als in dem Land selbst.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Wie ist der kulturelle Austausch zwischen Grönland und Island heutzutage? Grönland ist die Nachbarinsel zu Island. Gibt es eine wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit oder stehen sich die beiden Länder fremd gegenüber?

Yrsa Sigurðardóttir:
Es gibt einige Beziehungen zwischen Grönland und Island, wie zum Beispiel Verträge betreffs Dienstleistungen im Krankheitsfalle, wenn komplizierte Situationen auftauchen, die den Rahmen der kleinen Kliniken an der Ostküste sprengen und es gibt auch kulturelle/politische Verbindungen durch den West-Norwegischen-Rat. Dazu kommt, dass der meiste Tourismus zu den Ostküsten von Grönland von Reykjavik aus seinen Ausgang nimmt, da die Flüge vom dortigen Flughafen aus starten und isländische Baufirmen beträchtliche Geschäfte in Grönland tätigen. Jedoch die Durchschnittsbürger in den beiden Ländern bemerken nicht sehr viel Wechselwirkungen.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Was war die erste Idee zu dem Buch?

Yrsa Sigurðardóttir:
Die ursprüngliche Idee befasste sich mit einem Arbeitscamp und war darauf angelegt in Island stattzufinden aber es fühlte sich nicht stimmig an. Nachdem ich ein Interview mit einem Mann gelesen hatte, der für einen isländischen Bauunternehmer in Grönland gearbeitet hatte und der die rauen Bedingungen beschrieb, beschloß ich, meine Geschichte dort anzusiedeln und nahm demzufolge eine Menge Änderungen vor - zum Besseren, wie ich glaube.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Wie weit spielten Deine Erfahrungen auf der Großbaustelle des Kárahnjúkar Dammes eine Rolle in Deinem Kriminalroman? Alkohol, psychologischer Stress, Mobbing - hast Du aus Deinem Erfahrungsschatz schöpfen können, als Du dieses Buch geschrieben hast? Kann ich "Die eisblaue Spur" als eine Art Aufarbeitung Deiner Zeit als Ingenieurin am Kárahnjúkar Projekt beschreiben?


Buchtipp
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
Yrsa Sigurðardóttir:
Die Idee über ein Arbeitscamp zu schreiben kam davon, dass ich über vier Jahre lang in einem entlegenen Camp gearbeitet habe, oft von Schnee eingeschlossen und isoliert. Jedoch waren wir bei Kárahnjúkar bemüht, das Arbeitsumfeld der Menschen freundlich zu gestalten und sicher zu stellen, dass jeder etwas besseres zu tun hatte, als andere zu mobben und sich blöd zu saufen. Jedoch die Personen sind unterschiedlich, wenn es dazu kommt mit psychologischem Stress umzugehen, der davon herrührt, am Arbeitsplatz zu leben und isoliert zu sein. Ich sah verschiedene Dinge, die ich an einem Arbeitsplatz in Reykjavik nicht sehen würde. Ich hörte auch Geschichten von einigen meiner Kollegen, die ihr ganzes Leben lang in einer solchen Situation gearbeitet haben und daraus pickte ich mir die schlimmsten Aspekte heraus, um sie  in dem Buch zu präsentieren. Wir hatten allerdings einen Fall von Mobbing und wegen der Art der Situation ist es wahrscheinlich zehnmal schlimmer für die gemobbte Person, wie wenn er seinen Kollegen entkommen kann, indem er am Abend nach Hause geht, anstatt mit ihnen Abendessen und Fernsehen muß, was heißt, jeden wachen Moment mit seinen Peinigern zu verbringen. Es leuchtet ein, dass dieses Gebaren sofort unterbunden wurde, als es bekannt geworden ist.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Dóra ist zum ersten Mal für Ihre Ermittlungen im Ausland. Planst Du weitere Aufträge für Dóra, die sie ins Ausland führen?

Yrsa Sigurðardóttir:
Eigentlich nicht. Ich habe soviel Plätze in Island, wohin ich Dóra mitnehmen kann, dass sie wohl hierbleiben wird - wenigstens vorerst noch.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Mittlerweile bist Du sehr erfolgreich mit Deinen Romanen. In diesem Jahr wurde ein neuer Kriminalroman, Horfðu á mig (dtsch: Schau mich an), mit Dóra in Island veröffentlicht. Auch wurden Deine Bücher in viele Sprachen übersetzt darunter sogar in die arabische und russische Sprache. Was ist Deiner Ansicht nach der Grund für diesen Erfolg?

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Biografie
Buchvorstellung
Rezensionen
- Autoreninterview 2011
Autoreninterview 2010
Autoreninterview 2008
Autoreninterview 2006
Yrsa Sigurðardóttir:
Ich denke, dass es mit vielen Dingen zu tun hat, die zusammen gekommen sind - ein generelles Interesse an skandinavischer Kriminalliteratur, eine sympathische Akteurin, ein Empfinden für die Handlung sowie pures Glück.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Du veröffentlichst jedes Jahr einen neuen Kriminalroman. Arbeitest Du noch als Ingenieurin oder "nur" noch als Schriftstellerin?

Yrsa Sigurðardóttir:
Ich arbeite immer noch als Ingenieurin und möchte dies auch weiterhin tun, da es sehr einsam ist, hauptberuflich Schriftstellerin zu sein. Es ist hart, beides auszubalancieren. Aber nur zeitweise, gewöhnlich verursacht es keine Probleme für mich, da ich es mag, beschäftigt zu sein.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Es scheint so, als ob Dóra und Matthias eine feste Beziehung eingehen würden. Matthias zog von Deutschland nach Island um. Wird diese Beziehung weiter gehen?

Yrsa Sigurðardóttir:
In dem fünften Buch, das gerade erschienen ist, sind die beiden zusammen gezogen - jedoch ist das Glück ihrer Lebensgemeinschaft ein wenig eingeengt, als ihre Eltern zu ihnen ziehen. Ihre Eltern sind nach dem Zusammenbruch der isländischen Banken in schlechten finanziellen Umständen. Dies ist jedoch, zu ihrem Glück, nur eine befristete Abmachung.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Planst Du eine Lesereise in Deutschland?

Yrsa Sigurðardóttir:
Ich habe im Moment nichts geplant aber ich würde es liebend gerne tun, da es schon eine ziemliche Zeit her ist, seit ich die letzte Lesung in Deutschland gemacht habe.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Vielen Dank Yrsa für Dieses Gespräch

Autor: Jürgen Ruckh/ Esslingen
© Januar 2010 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
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