Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
Arne Dahl - Sieben minus eins
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"Kill" von Mats Wahl

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Eine große Hitzewelle liegt über Schweden - das ganze Land scheint angesichts tropischer Temperaturen zu ächzen und zu stöhnen. Als Kommissar Fors eines Abends nach der Arbeit einen Liter Milch kauft und den Laden verlässt, wird er überfallen. Die Täter - er hat nicht einmal gesehen, wie viele es waren - entwenden ihm nicht nur die Geldbörse, sondern auch seine Dienstwaffe.


Buchtipp
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin

Dieser Überfall allein würde als Krimi-Plot wohl kaum ausreichen - entsprechend ist das nur die Vorgeschichte zu dem, was kurz darauf passiert: Im Speisesaal einer Schule gibt es eine Schießerei. Mehrere Kinder sind schwer verwundet und sterben zum Teil noch am Tatort, während andere längere Zeit um ihr Leben ringen. Den Täter scheint niemand gesehen zu haben - auch das kurz nach der Tat eintreffende Einsatzkommando der Polizei findet keine Spur von ihm.
Obwohl Harald Fors wegen des Überfalls auf ihn noch angeschlagen ist, soll er die Ermittlungen leiten. Doch ist er davon nicht gerade begeistert - vor allem auch weil er befürchtet, dass die Tat in der Schule mit seiner gestohlenen Dienstwaffe begangen worden sein könnte.
Wie schon im Vorgänger-Buch "Kaltes Schweigen" spielt Mats Wahl, der Jugendbuchkrimis schreibt, die auch Erwachsene gerne lesen, seine Stärken aus: Einfühlsam beschreibt er das Leid der Angehörigen und Betroffenen, ohne dabei in Plattitüden zu verfallen. Das geht so weit, dass die Beweggründe des Täters, der am Ende natürlich gefunden wird, genau ausgelotet werden. Diese Vielschichtigkeit ist dem Thema - wer denkt beim Lesen dieses Buches nicht immer wieder an die Amokläufe von Erfurt oder Littleton - auch angemessen. Viel besser kann man sich dem Thema eigentlich nicht nähern.
Was "Kill" im Vergleich zum Vorgänger "Kaltes Schweigen" jedoch leider fehlt, sind zwei Dinge: thematische Konsequenz und ein sinnvolles Maß an Gesellschaftskritik. Die Handlung wirkt insgesamt zu fahrig - zu oft springt Mats Wahl zwischen den verschiedenen Handlungssträngen hin und her. Dies gilt auch für die Ebene der Figuren - Kommissar Fors steht diesmal nicht allein im Vordergrund, sondern teilt sich die Hauptrolle mit einem jungen Kollegen, der seinen Vorgesetzten Fors mehr als bewundert. Und was die Gesellschaftskritik angeht: Da schießt Mats Wahl diesmal deutlich über das Ziel hinaus. Auch wenn er grundsätzlich Recht hat - aber muss man die gesellschaftlichen Missstände so penetrant an den Mann bringen?
Nichtsdestotrotz: "Kill" ist kein schlechter Krimi des schwedischen Jugendbuchautors. Aber an "Kaltes Schweigen" kommt das neue Buch nicht heran...
Seien wir gespannt, ob Mats Wahl seine Krimireihe für Jugendliche ab 14/15 Jahren fortsetzen wird... - dann hoffentlich wieder ohne die genannten Schwächen. Denn das Potential zu spannenden Krimis für Jugendliche und Erwachsene hat Mats Wahl allemal.

Vielen Dank an Ulf Cronenberg/ Jugendbuchtipps.de
© April 2005 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien

"Kaltes Schweigen" von Mats Wahl

(K)ein Wallander im Jugendbuch
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Mats Wahl wird bisweilen als "Wallander im Jugendbuch" (Die Welt) bezeichnet, doch fehlen ihm zu diesem Ritterschlag einige prägnante Merkmale Mankells; sei es dessen poetische Sprache, die Gebrochenheit seines (Anti-) Helden Kurt Wallander oder die Gestaltung des Schauplatzes Ystad als gleichsamer Fokus des Bösen. Wahls Kommissar Fors ist ein eher eindimensionaler Charakter; geschieden, fleißig, mit der üblichen unverbindlichen Geliebten. Er untersucht den Mord an einem Jugendlichen ausländischer Herkunft. Schnell taucht als Motiv Ausländerhass auf und wird verfolgt bis hin zu rechtsradikal engagierten Jugendlichen und Rückblenden in die Nazizeit, die jedoch unverknüpft mit dem Geschehen bleiben. Schließlich geht es auch um die Drogenwelt und obskure Drogenhändler. Auch dieser Erzählstrang wird nicht weitergeführt, sondern verläuft im Nichts. Die Lösung des Falls kommt dann auch ziemlich unvermittelt und zu einem Zeitpunkt als die Spannung, falls vorhanden, abzusacken droht. So erscheint die Auflösung fast banal und geschieht beinah nebenbei. Außer der Tatsache dass die Handlung im Jugendlichenmilieu spielt, kann dieser Roman kaum als "Wallander im Jugendbuch" bewertet werden. Mats Wahl sollte sich vor seinem nächsten Kriminalroman noch einige Wallander zu Gemüte führen...

Vielen Dank an unsere Rezensentin Katja Perret.
© Mai 2004 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien

"Kaltes Schweigen" von Mats Wahl

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Wer Jugendbücher liest, für den ist Mats Wahl unter Umständen schon länger kein Unbekannter - schließlich hat er 1996 für "Winterbucht" verdientermaßen den Deutschen Jugendliteraturpreis 1996 bekommen. Krimi-Liebhaber dagegen dürften Mats Wahl, der sich mit "Kaltes Schweigen" nun zum ersten Mal als richtiger Krimiautor vorstellt, eher nicht kennen. Mats Wahls Kommissar Fors ist zwar schon in "Der Unsichtbare" in Erscheinung getreten, doch ein richtiger Kriminalroman war das noch nicht. Dass Wahl wie Mankell, Nesser & Co. aus Schweden kommt, ist ja schon fast ein Qualitätszeichen...

Die Mordumstände in "Kaltes Schweigen" sind schnell erzählt: Der Hund eines Orientierungsläufers, der seine tägliche Trainingsrunde absolviert, entdeckt am Abend eine jugendliche Leiche im verschneiten Wald. Kriminalkommissar Fors und sein Team sollen den Mord aufklären. Dass der Tote mit heruntergezogener Hose im Schnee liegt und erschossen wurde, aber jede Spur von einem Täter (ebenso wie die Todeskugel) fehlt, macht die Fahndung nicht ganz einfach. Und wie immer in Kriminalromanen, so wird infolge fehlender Tathinweise im Umfeld des Toten ermittelt. Der Tote, Ahmed Sirr (von allen nur "Sirr" genannt), das stellt sich bald heraus, scheint von vielen gehasst worden zu sein. Er kontrollierte den Drogenhandel an seiner Schule, und wer ihm in die Quere kam, wurde brutalst rangenommen. Doch der Mord an Sirr weist nicht nur auf eine mögliche Rachetat im Bereich des Drogenmilieus hin, sondern könnte auch durch Ausländerfeindlichkeit motiviert sein - denn Sirr ist Ausländer... Seltsam ist auch, dass Sirrs Freund Jamal jede Auskunft verweigert und andeutet, er sei ein toter Mann, wenn er rede.

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Der Plot des Krimis wirkt nicht unbedingt Aufsehen erregend, die komplizierten Pfade und Denkwege von Mankells Mördern werden da nicht beschritten. Mats Wahls Krimi besticht eher durch anderes: nämlich die Zeichnung der Figuren. Man kommt nicht umhin, Ermittler Fors sympathisch zu finden - der Kommissar, ein sensibler und aufmerksamer Beobachter, hat zwar den Mordfall fest in der Hand, sein Privatleben aber nur bedingt. Und die Zweifel an seinem Beruf (das kennt man ja schon von Mankells Wallander) machen ihn zu einem von uns... Doch auch das restliche Ermittlungsteam ist bestens konzipiert: Vom "Ekelpaket" Hjelm bis hin zur begabt-naiven Polizistenanwärterin Gunilla Strömholm sind in "Kaltes Schweigen" alle Register der Figurenzeichnung gezogen worden.
Überhaupt ist das ganze Buch so sympathisch, weil man merkt, dass Mats Wahl das Herz auf dem rechten Fleck hat: Er mag seine Figuren - vom Freund des Täters über die Pastorin mit ihrer allein erziehenden Tochter (deren Freund übrigens in "Der Unsichtbare" ermordet wurde) bis hin zum Polizeichef.

Resümieren wir: Mats Wahl ist mit "Kaltes Schweigen" zwar keine neue Form des Kriminalromans gelungen (dazu lehnt er sich mit seinem Mordfall zu sehr an die Krimis anderer Autoren an), jedoch ein spannender Krimi, der durch seine Figuren lebt und atmet. "Kaltes Schweigen" ist insofern ein Jugendbuch (ab ca. 14 Jahre), als es im Jugendmilieu spielt, kann aber ansonsten als vollwertiger Krimi, den auch Erwachsene mögen werden, gelten.
Man kann nur hoffen, dass es ein Wiedersehen mit Kommissar Fors geben wird...

Vielen Dank an Ulf Cronenberg/ Jugendbuchtipps.de
© März 2004 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
© 2001 - 2016 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
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