Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
Arne Dahl - Sieben minus eins
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"Im Dunkeln der Tod" von Mari Jungstedt

Fels in der Brandung
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"Ich weiß, in Familiengeschichten gibt's eine Menge Sachen, die einfach nicht stimmen. Bei jeder Familie. Die Geschichten werden überliefert, und die Wahrheit wird übergangen, wie's so schön heißt. Mancher wird das wohl so verstehen, dass die Wahrheit nicht konkurrenzfähig ist. Aber das, glaub ich nicht. Ich glaube, wenn die Lügen alle erzählt und vergessen sind, wird die Wahrheit immer noch da sein. Die bewegt sich nicht von Ort zu Ort und ändert sich auch nicht von Zeit zu Zeit. Man kann sie genauso wenig verdrehen, wie man Salz salzen kann. Mann kann sie nicht verdrehen, weil sie nun mal so ist, wie sie ist. Eben das, was man mit dem Wort meint. Irgendwo wird sie mit dem Fels verglichen - vielleicht in der Bibel -, und damit bin ich durchaus einverstanden. Aber sie wird noch da sein, wenn der Fels längst verschwunden ist. Bestimmt gibt's Leute, die anderer Meinung sind. Sogar eine ganze Menge. Aber ich bin nie dahintergekommen, was die dann eigentlich glauben." (Cormac McCarthy "Kein Land für alte Männer" Rowohlt Verlag)

Auch in dem neuen Kriminalroman von Mari Jungstedt "Im Dunkeln der Tod" tragen viele Personen solche Familiengeheimnisse mit sich herum. So steht zum Beispiel Egon Wallin, Kunsthändler in der bedeutendsten Galerie von Visby vor einer bedeutsamen Entscheidung. Nachdem er fünfundzwanzig Jahre Kunsthändler war, eine stabile Ehe geführt hat, zwei Kinder großgezogen hat, war sein Dasein nun eingefahren. Er plante ein neues Leben. Die Galerie hatte er bereits verkauft und er wollte nur noch eine Ausstellung durchführen, bevor er mit seinem neuen Leben beginnen würde. Seine Familie wußte davon nichts. Doch bevor Egon Wallin sein neues Leben beginnen konnte, wurde er auf pittoreske und makabere Art und Weise ermordet aufgefunden.

Visby, Hauptstadt und Hafen der schwedischen Insel Gotland, liegt an der Westküste Gotlands. Die mittelalterliche Altstadt wird von einer beeindruckenden fast vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben. In die Altstadt führen verschiedene Tore. Eines davon ist das Dalmansport. Und in diesem Tor hing Egon Wallin. Aufgeknüpft an einem Gitter oberhalb der Toröffnung. Dem Fallgitter, das in alten Zeiten herabgelassen worden war, wenn der Feind anrückte. Dies war das Ende von Egon Wallins Zukunftsplänen. Doch wer war der Mörder? Das es Selbstmord war konnte schnell ausgeschlossen werden, da es unmöglich war, sich an dieser Stelle selbst zu erhängen. Die Polizei von Visby mit Kriminalkommissar Anders Knutas, Karin Jacobsson und dem Techniker Erik Sohlman nehmen die Ermittlungen auf.  Und da dieser Todesfall natürlich in den Medien für Furore sorgt, ist der Journalist Johan Berg wieder auf Gotland anzutreffen. Dort ist ja ebenfalls seine Freundin Emma mit ihrem gemeinsamen Kind.

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Sehr bald haben die ermittelnden Beamten mehrere Spuren. Zum einen wird bald bekannt, dass die Ehefrau von Egon Wallin ein Verhältnis mit einem Nachbarn hatte, zum anderen werden gestohlene Bilder im Keller des Kunsthändlers entdeckt. Egon Wallin war also in landesweite Kunstdiebstähle verwickelt gewesen, zumindest hatte er als Hehler fungiert. Dieser Mann trug viele Geheimnisse mit sich herum. Mit wem wollte Egon Wallin ein neues Leben anfangen und was haben der Künstler Mattis Kalvalis, sein Agent und der Stockholmer Kunsthändler Sixten Dahl mit dem Tod von Wallin zu tun? Als dann noch der Kunstsachverständige Erik Mattson ins Spiel kommt, scheint sich alles um Kunst und Kunstdiebstahl zu drehen.

Da passiert ein Einbruch im Museum Valdemarsudde in Stockholm. Gestohlen wird das Gemälde "Der sterbende Dandy" von Nils Dardel. Der Täter hinterließ eine kleine Skulptur am Tatort. Diese Skulptur stammt aus der Galerie von Wallin in Visby und wurde dort am Tag des Mordes gestohlen. Hat der Einbruch etwas mit dem Mord an dem Kunsthändler Wallin zu tun? Und was hat es zu bedeuten, dass Nils Dardel einige Jahre in der Künstlervilla Muramaris verbracht hatte?  Dies ist ein nennenswerter Aspekt dieses Buches. Der Leser bekommt sehr viel über die Kunst und die Kunstgeschichte Schwedens zu Beginn des zwanzigsten Jahrhundert vermittelt. Ein Maler, der in diesem Kriminalroman eine wichtige Rolle spielt ist Nils Dardel (1888 - 1943), der ein Mitglied der Künstlergruppe "Die Männer von 1909" war. Nils Dardel entwickelte einen eleganten Naivismus. Sein Leben und sein Werk, vor allem sein Bild "Sterbende Dandy", bilden die Hintergrundmatrix dieses Buches. Erik hielt Dardel für einen Idealisten, aber auch für einen komplizierten, vielschichtigen und in vieler Hinsicht tragischen Menschen auf der Flucht vor sich selbst. Die real existierende Künstlervilla Muramaris nahe bei Visby spielt ebenfalls eine Rolle in dieser Geschichte. Vor allem Erik Mattson ist auf dieses Leben des Bohemien Nils Dardel fixiert. Mattson hatte zwei Leben. Ein soziales Leben mit vielen Freunden, seinem Beruf als angesehener und geschätzter Sachverständiger und als geschiedener Mann. Sein zweites Leben sah ganz anders aus, geheim, düster und destruktiv. Mattson war ebenfalls ein Mann mit Geheimnissen. Und noch einen Mann mit Geheimnissen gibt es in diesem Buch. Hugo Malmberg, Galerist in Stockholm und auch sein Leben sollte auf sehr makabere Weise enden. Was verbindet diese beiden Menschen? Außer ihrem Beruf. Warum mußten sie sterben?

Natürlich werden in diesem Buch auch die Geschichten um Emma und Johan und ihre gemeinsame Tochter Elin fortgeschrieben. Johan macht Emma einen Heiratsantrag, den Emma nach einigem Zögern annimmt und alles scheint gut zu werden. Aber da kommt der Mörder ins Spiel und beide stehen vor großen Herausforderungen und die gemeinsame Zukunft ist wieder sehr ungewiss. Auch die Kriminalinspektorin Karin Jacobsson hat ihre Geheimnisse. Als sie Knutas verkündet, dass sie einen Job in der Stockholmer Polizei annehmen wird, ist dieser völlig verzweifelt. So bleibt auch diese Beziehung spannend. Aber dies sind nur Nebenerzählungen, die mit der eigentlichen Geschichte nicht sehr viel zu tun haben. Ja manchmal erscheinen sie auch etwas erzwungen, so wie die Handlung um Johan und Emma. Im Grunde ist es ein Kriminalroman über alte Familiengeschichten, unausgesprochene Wahrheiten und tiefe seelische Verletzungen, die eines Tages zum Ausbruch kommen und ihre Folgen haben. Tödliche Folgen für einige.

"Zwei Sekunden. Mehr war nicht nötig, um ihn zu zerstören. Um sein Leben in Fetzen zu reißen. Zwei jämmerliche Sekunden."

Vielen Dank an Jürgen Ruckh aus Esslingen
© April 2008 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien

"Näher als du denkst" von Mari Jungstedt

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Ein früher auf Gotland bekannter wie anerkannter Photograph wird mit eingeschlagenem Schädel in seiner verwüsteten Dunkelkammer aufgefunden. Als Tatmotiv für diesen brutalen Mord drängt sich der große Gewinn einer Pferdewette auf, den der Alkoholiker tags zuvor eingestrichen hatte. Von dem Geld ist nichts mehr aufzufinden. Während die Untersuchungen hierzu noch laufen, verschwindet ein 14-jähriges Mädchen. Kommissar Knutas erkennt erst spät, beinah zu spät die Verbindung zwischen den beiden Fällen …


Buchtipp
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin

Zwei links, zwei rechts hat Mari Jungstedt nun mit "Näher als du denkst" ihren zweiten auf der schwedischen Insel Gotland angesiedelten Krimi vorgestellt. Schnörkellos, d.h. hier vor allem ohne großen Dramaturgieaufwand, erinnert ihr Kommissar Anders Knutas in seiner Gemächlichkeit ein wenig an den schwäbisch Huby'schen Bienzle - immerhin: die Nebenstränge, die das bedauernswerte Vorleben des minderjährigen Mordopfers sowie die unglückliche Liebesbeziehung eines Fernsehreporters schildern, vermögen in ihrer Dringlichkeit durchaus zu überzeugen. Wie ihr Debutwerk "Den du nicht siehst" ist auch dieser Krimi nicht wirklich schlecht, das eingeführte Team um den Gotländer Kommissar ja sogar von einer gewissen originellen Gutwilligkeit, verträgt es sich doch im Gegensatz zu den meisten anderen Teams dieses Genres mit den Kollegen der übergeordneten Behörde. Und auch den besagten Fernsehreporter aus Stockholm als konstante Neben- bzw. Außensicht auf das Geschehen einzubinden, ist eine viel versprechende Idee. Dennoch bliebe für die Autorin in ihren nächsten Romanen noch eine Menge Spielraum auszuloten, um einen durchgehend von Anfang bis Ende zu fesseln.

Vielen Dank an Ulrich Karger
© Januar 2007 buechernachlese

"An einem einsamen Ort" von Mari Jungstedt

Von Gotland nichts Neues


Mari Jungstedt Krimi bedient sich in ihrem dritten Gotland-Krimi eines bekannten Tatmotivs und tritt dabei in Fußstapfen, die ihr noch ein paar Nummern zu groß sind.
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Ein Pferd wird auf brutale Art getötet und enthauptet, eine Archäologiestudentin verschwindet zunächst spurlos und wird später grausam zugerichtet ermordet aufgefunden, dann taucht ein auf einem Pfahl aufgespießter Pferdekopf auf, kurze Zeit darauf sind der Politiker Gunnar Ambjörnsson und der Archäologiedozent Staffan Mellberg ebenfalls tot. Alles deutet auf einen Ritualmörder hin, doch lange Zeit tappen Kommissar Knutas und sein Team im Dunkeln, bis ein kleines Detail Knutas' Aufmerksamkeit auf sich zieht und zur Lösung des Falls beiträgt.

Mari Jungstedts dritter Roman hat alles, was ein guter Krimi braucht: grausame Ritualmorde, lose Fäden, die verbunden werden wollen, sympathische Figuren, die zuweilen ihr Päckchen zu tragen haben und doch will "An einem einsamen Ort" nicht so richtig in Schwung kommen. Zu häufig hat man den Eindruck, der Krimi ist direkt fürs ausländische Publikum geschrieben, wenn etwa erklärt wird, was es mit dem blauen Straßenschild mit dem "M" auf sich hat oder wenn Naturbeschreibungen Gotlands direkt aus einer Werbebroschüre zu stammen scheinen. Außerdem tritt Mari Jungstedt mit ihrem Plot in große Fußstapfen. Das Motiv für die Morde liegt - nicht ganz neu - in der schwierigen Kindheit der Täter, doch das hat man bereits bei Henning Mankells "Die falsche Fährte", Unni Lindells "Nachtschwester" oder zuletzt bei Camilla Läckbergs "Der Prediger von Fjällbacka" gelesen. Und nicht nur das. Man hat es dort vor allem sehr viel besser, packender und psychologisch nuancierter gelesen. Mari Jungstedt vermag diesem Motiv nichts Neues hinzuzufügen und so bleibt ein unbefriedigendes Gefühl von Oberflächlichkeit. Sie kriecht ihren Figuren, insbesondere den Tätern, nicht tief genug unter die Haut. Schwierige Kindheit hin oder her, letztlich verbleiben die Morde nur oberflächlich miteinander in Verbindung stehend und mühsam motiviert. Hier verbindet sich auch für den Leser nichts zu einer neuen, tieferen Erkenntnis. Hier gibt es nichts, was berührt und einen nachdenklich zurücklässt. Es bleibt ein Gefühl von "Na und?" Dabei hat Mari Jungstedt das Potential, gebrochene und komplexe Figuren zu schaffen, wie es beispielsweise die Figur des Kommissar Knutas erahnen lässt. Schade aber, dass sie sich dieses Potential nicht auch für ihre Mörder zunutze macht. So bleibt der Eindruck eines zwar solide geschriebenen Krimis, der aber nichts Neues zu bieten vermag und eine bekannte psychische Disposition mehr schlecht als recht als Vehikel für eine mäßig spannende Geschichte und als Tatmotiv nutzt.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth
© September 2006 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
© 2001 - 2016 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
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