Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
Arne Dahl - Sieben minus eins
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"Der sterbende Detektiv" von Leif GW Persson

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Sag zum Abschied nicht leise Servus
Wenn „einer der größten Detektive Schwedens“ geht, tut er dies nicht lautlos, sondern wie es sich für ihn gehört: laut, polternd, derb und direkt
Lars Martin Johansson ist Fans des Autoren Leif GW Persson als legendärer Mordermittler und Chef des schwedischen Reichskriminalamtes gut bekannt. In „Der sterbende Detektiv“ kehrt der inzwischen pensionierte „Mann, der um die Ecke denken kann“, ein letztes Mal auf die Bühne der Ermittler zurück, um den 25 Jahre zurückliegenden Mord an der damals 9jährigen Yasmine Ermegan aufzuklären. Er tut dies – siehe Romantitel – fast ausschließlich vom Krankenbett und Sofa aus, denn ein Leben mit zu wenig Bewegung und zu viel des guten Essens und Trinkens fordert seinen Tribut: An einer Würstchenbude erleidet Johansson zu Beginn einen Schlaganfall, der ihn ins Krankenhaus bringt. Hier trifft er auf die Ärztin und Pfarrerstocher Ulrica Stenholm, die ihm von dem Fall berichtet und zur Aufklärung drängt. In sieben Tagen und auf 542 Seiten im gewohnt ironisch-derbem Persson’schen Stil gelingt dies Johansson tatsächlich, bevor ihn Persson sterben lässt – Ein fulminantes und würdiges Ende für „einen der größten Detektive Schwedens“.

Als „eine der schönsten und spannendsten Hommagen an das Prinzip Sherlock Holmes, genauer an den überragenden Detektiv, der mit einer Mischung aus Erfahrung, Intuition und Deduktion vom Sofa aus (...) einen als unaufklärbar zu den Akten gelegten, 25 Jahre zurückliegenden Fall aufklärt“, hat Tobias Gohlis (ext. Link) Perssons Krimi bezeichnet. In der Tat ist dem grummeligen, alten Mann eine berührende Geschichte eines Sterbenskranken gelungen, der sich, norrländisch-stur, weigert, sein Leben zu ändern und so sehenden Auges seinem Ende zusteuert. Dabei darf Perssons Alter Ego noch einmal so richtig vom Leder ziehen, saufen und fressen und fluchen, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, und ehemalige Kollegen, neue Lakaien, Ärzte und Ehefrauen nach Herzenslust triezen. Erstaunlicherweise nimmt man ihm das dieses Mal nicht übel. Auch die eigentlich antiquierte Idee eines überragenden Meisterdetektivs à la Sherlock Holmes fällt nicht negativ auf, denn es kommt das moralische Dilemma hinzu, mit dem Persson den einstigen Chef des Reichskriminalamtes konfrontiert: Der Mord und die vorangegangene Vergewaltigung an Yasmine aus dem Jahr 1986 sind nämlich verjährt. Das heißt, der Täter kann für die Tat nicht mehr gerichtlich und strafrechtlich belangt werden, was aber ist mit der Übernahme der moralischen Verantwortung? Wie dem zutiefst menschlichen Wunsch nach Genugtuung und Strafe für den Vergewaltiger und Mörder gerecht werden? Wo bleibt die Gerechtigkeit im Namen des Opfers und der Hinterbliebenen? Perssons Lösung lautet: „Auge um Auge, Zahn um Zahn ...“

Sicherlich eine problematische Antwort für eine demokratische Gesellschaft, aber einer, der wir uns stellen müssen – nach der Loveparade 2010 und den Ereignissen von Oslo und Utøya mehr denn je.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth/ KONTEXTE - Wissensportal für Text, PR, skandinavische Sprachen und Literaturen
© Juli 2011 - Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
 

"Sühne" von Leif GW Persson

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Keine Höhen, keine Tiefen
In „Sühne“ zeigt sich Altmeister Persson von seiner routinierten Seite

In „Sühne“ begegnen wir Leif GW Perssons unsympathischem Krimiheld Evert Bäckström wieder. Er ist ganz der Alte und überrascht uns doch mit zuweilen richtig guter Polizeiarbeit und einer Spürnase, wie sie einem echten Superbullen gebührt. Das ist amüsant zu lesen, ohne dabei spektakulär zu sein. „Sühne“ ist ein routiniert komponierter Krimi von Altmeister Persson.

Schwedens unsympathischster Krimiheld, Kommissar Evert Bäckström, ist zurück. Der Inbegriff von Rassismus, Sexismus und Homophobie untersucht im vorliegenden Roman „Sühne“ den Mord an dem 68jährigen Karl Danielsson. Zunächst sieht alles nach einem „typischen Mord im Suff“ aus, doch Bäckström überrascht sich selbst, seine Vorgesetzten, Teamkollegen und uns Leser dieses Mal mit zum Teil richtig guter Polizeiarbeit, und, in Verbindung mit der nötigen Intuition, die man Bäckström gar nicht zugetraut hätte, entlarvt er schließlich, dass in dem vermeintlichen Alki Danielsson ein gerissener Buchhalter steckte, den zu ermorden auch ganz andere ein Motiv gehabt hätten als nur seine Saufkumpanen. Es gibt sogar Hinweise auf eine politische Intrige.

Routine statt Spannung

Dennoch wird „Sühne“ allerdings an keiner Stelle richtig spannend. „Sühne“ ist – wo Persson seinen Bäckström bis zur Karikatur beschreibt – unterhaltsam und kurzweilig, doch fehlt es gänzlich an politischer oder gesellschaftlicher Brisanz, wie man sie von Perssons Trilogie kennt, die ihren spektakulären Abschluss in einem Roman zum Palme-Mord fand, sowie an Wendungen, die einem als Leser den Atem anhalten lassen, sodass man das Buch nicht mehr zur Seite legen möchte, bis der Fall geklärt ist. Mit anderen Worten: Ein Pageturner ist „Sühne“ nicht gerade, doch mit seinen humorvollen Anklängen an das Hardboiled-Genre und den Seitenhieben auf das Polizeikorps und seine „Typen“ amüsant und aufschlussreich. „Sühne“ lebt von diesen typisierten Figuren und dem unnachahmlich unsympathischen Bäckström, den lavieren, taktieren und Erfolg haben zu sehen Spaß machen kann, während einem gleichzeitig die Haare zu Berge stehen. So liefert Persson mit „Sühne“ alles in allem einen routiniert komponierten Krimi ohne große Höhen und Tiefen, aber mit jeder Menge schwarzem Humor, mehr oder weniger feinsinnigen Spitzen auf die Polizei und einem leicht bösen Blick auf das ganz alltägliche Leben mit Klatsch und Tratsch und allem, was dazu gehört.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth/ KONTEXTE - Wissensportal für Text, PR, skandinavische Sprachen und Literaturen
© April 2009 - Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien

"Mörderische Idylle" von Leif GW Persson

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Leif Superbulle GW Perssons neuer Krimi
Schwedens kritischster Kriminologe schreibt wieder einen Krimi über die Inkompetenz und Korrumpierbarkeit der schwedischen Polizei.

Superbulle, Kriminologe, Medienstar - Als sich Leif GW Persson 2002 nach zwanzigjähriger (belletristischer) Schriftstellerabstinenz mit "Zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters" zurückmeldete, geschah dies mit einem Paukenschlag. Der Roman wurde in Schweden mehr als 400.000 Mal verkauft und hielt sich monatelang an der Spitze der Bestsellerliste. Dabei war "Zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters" erst der Auftakt zu einer Polit-Trilogie über den schwedischen Staat. Auch der zweite Band - "Eine andere Zeit, ein anderes Leben" - war nicht weniger aufsehenerregend und erfolgreich. Inzwischen, so hört man, sei auch der abschließende Roman fertig gestellt, jedoch ist er noch nicht veröffentlicht. Und zwischendurch vertreibt sich der vielbeschäftigte Polizeiprofessor also mit Krimis wie "Mörderische Idylle" die Zeit …


Buchtipp
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin

Doch ebenso wie "Zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters" eigentlich ein Roman über die Inkompetenz und Korruption der schwedischen Polizei ist, handelt auch "Mörderische Idylle" vor allem davon, denn das ist nun mal seit "Grisfesten" Perssons eigentliches Thema. So handelt auch "Mörderische Idylle" vor allem von Kommissar Evert Bäckström, Ekelpaket, Rassist, Sexist, Säufer und korrupter Polizist in einem. Als er von Stockholm ins småländische Växjö geschickt wird, um den Mord an der Polizeischülerin Linda Wallin aufzuklären, nutzt er die Mordermittlungen insbesondere dazu, sich bei jeder Gelegenheit zu besaufen, die Lokaljournalistin und weibliche Polizeiangestellte zu degradieren und anzumachen und Pornos zu sehen - alles auf Staatskosten selbstverständlich. Ebenfalls auf Staatskosten lässt Widerling Bäckström unzählige Männer in und um Växjö "speicheln". Schon bald ist der schwedische Rekord für derlei DNA-Massenuntersuchungen eingestellt. Doch dem Mörder ist die Ermittlertruppe um Bäckström noch keinen Schritt näher gekommen. Dass der Mörder schließlich doch gefunden wird, ist dagegen ausschließlich Kommissar Jan Lewin zu verdanken, der als wackrer Eigenbrötler im Gegensatz zu Bäckström ganz ehrliche und deduktive Polizeiarbeit betreibt.

Lars Martin Johansson

Damit könnte der Krimi eigentlich zu Ende sein, doch Leif GW Persson schickt noch die zwei smarten Polizistinnen Anna Holt und Lisa Mattei ins Rennen, geschickt vom "Gottvater" der Zentralen Kriminalpolizei selbst, Lars Martin Johansson, der bereits nach nur vierstündigem Aktenstudium erkennt, dass Bäckström und seine Kollegen unten in Växjö nur unnötig Steuergelder vergeuden. Als Anna Holt und Lisa Mattei schließlich in Växjö ankommen, ist der Mörder zwar schon identifiziert, doch widmet sich Leif GW Persson nochmals rund 100 Seiten dem Verhör des Mörders durch Anna Holt. Dazwischen wartet "Mörderische Idylle" mit Glanzpunkten auf, etwa wenn Bäckström sich der Polizeipsychologin Lo zu entziehen weiß, weil er - oder der exzellente Beobachter Leif GW Persson - sehr genau weiß, welche Register er ziehen, auf welche Knöpfe er drücken muss, um in Ruhe gelassen zu werden. Und auch, wenn sich die Männergruppe "Mitmänner" konstituiert, um Frauen nach nächtlichem Disco- oder Kneipenbesuch nach dem grausamen Mord an Linda sicher nach Hause zu geleiten, erkennt man Perssons brillante Fähigkeit, soziale und psychische Mechanismen zu skizzieren, zu karikieren.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth/ KONTEXTE - Wissensportal für Text, PR, skandinavische Sprachen und Literaturen
© April 2007 - Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien

"Zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters" von Leif GW Persson

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Ein Mann fällt aus dem 15. Stock eines Studentenwohnheims aufs Pflaster und wird wenig später von seinem linken Schuh eingeholt, der bei seiner Landung einem Hund das Genick bricht. Auch wenn der nun tote amerikanische Journalist um einiges zu alt für das normale Klientel eines Studentenwohnheims ist, sieht alles nach einem Selbstmord aus. In seiner Schreibmaschine wird ein Text gefunden, der als Abschiedsbrief sogar geradezu poetische Qualitäten aufweist. Eigenartigerweise sind viele schwedische Polizei- und Sicherheitsbehörden mit diesem Fall befasst, und alle sagen: Selbstmord. Nur einer, der Kriminaldirektor Lars M. Johansson, kann nicht so recht daran glauben ...

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Ein Werk mit einem ellenlangen Titel. Der Autor Leif GW Persson wird uns als Professor der Kriminologie, Berater der obersten Polizeibehörde, Medienexperte und als einer der führenden Krimiautoren Schwedens vorgestellt. Sein nun auch in deutscher Sprache vorliegender Roman beruht auf fiktionalisierten Tatsachen und stand in Schweden monatelang auf Platz eins der Bestsellerliste. Verständlich, denn er behandelt nichts Geringeres als den Mord des einstigen schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme. Und Persson kann schreiben, dass einem die Haare zu Berge stehen. Lediglich am Anfang finden sich für deutsche Leser trotz der gelungenen Übersetzung von Gabriele Haefs einige Längen, in denen Persson ausführlich das schwedische Sicherheits-Behörden-Labyrinth beschreibt, aber schon bald ist man gefangen von den nur allzu menschlichen Abgründen, die sich hinter diesem Labyrinth verbergen. In Schweden, einem Land das unsereins doch immer nur mit freundlicher Neutralität verbindet, das sich jedoch seit Jahrhunderten von Russland und später der Sowjetunion bedroht sah. Und wenn man erfährt, dass eine von sich aus Sicherheitsprobleme schürende Behörde ihre Erfahrungen u.a. mit dem deutschen Verfassungsschutz austauscht und sich von ihm loben lässt, wundert einen nichts mehr. Einigermaßen verstörend auch der durchgehende Machoblick seiner Handlungsträger - selbst der "Gute" alias Lars M. Johansson ist im Kern eben kein Mankell'scher Operngenießer à la Wallander, sondern pflegt neben der intuitiven Begabung als kryptischer Rätsellöser zumindest insgeheim auch seine Vorurteile gegenüber Frauen und meidet engere Bindungen an sie. Aber vielleicht ist dieses Bild ja wirklich näher an der Wirklichkeit solcher (nur schwedischer?) Beamter als die bislang geläufigen ...

Vielen Dank an Ulrich Karger
© März 2005 www.buechernachlese.de
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