Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
Arne Dahl - Sieben minus eins
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"Tagebuch eines Mörders" von Kerstin Ekman

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Mord in bester literarischer Gesellschaft
Kerstin Ekman bezieht sich in „Tagebuch eines Mörders“ auf Schwedens berühmtesten und kontroversesten literarischen Mörder: Doktor Glas


1905 erschien Hjalmar Söderbergs Roman „Doktor Glas“ und wurde zum Skandal. In dem Roman, der heute die Anfänge des modernen Erzählens in Schweden markiert, lässt Söderberg besagten Doktor Glas morden, um eine junge Frau von ihrem Mann zu erlösen, der sie wiederholt vergewaltigt. So kann man Söderbergs „Doktor Glas“ als einen Roman über einen „guten“ Mörder lesen. Auch Kerstin Ekman entwirft in ihrem aktuellen Roman „Tagebuch eines Mörders“ eine literarische Figur, den Arzt Pontus Revinge, der mordet und der, wie Doktor Glas, darüber Tagebuch führt. Mehr noch. Kerstin Ekman, die Grande Dame der schwedischen Gegenwartsliteratur, nutzt Söderbergs „Doktor Glas“, für dessen Neuausgabe sie 2010 das Vorwort schrieb, als Folie und imaginiert eine innerliterarische Begegnung zwischen Söderberg und dem jungen Pontus Revinge, der dem verehrten Autor die Idee für die Mordmethode in „Doktor Glas“ liefert.

Dichtung und Wahrheit

Dichtung und Wahrheit, das reale Leben und unsere Projektionen: In Ekmans „Tagebuch eines Mörders“ verwebt sich das eine mit dem anderen, ist unauflöslich miteinander verbunden. So ist „Tagebuch eines Mörders“ die literarische Antwort auf Literatur, die gleichwohl innerhalb ihrer Romanwelt vorgibt, real zu sein und in der sich der Tagebuch führende, mordende Doktor Revinge in Söderbergs literarischem Werk, auch in seinen Schilderungen des Stockholms um die Jahrhundertwende, glaubt, wiederzuerkennen, so als ob exakt von ihm erzählt würde. Das kulminiert in einen Brief, den Revinge 1919 an Söderberg schreibt, nachdem dieser Doktor Glas in „Jahves Feuer“ noch einmal hat wiederaufstehen lassen und in Revinges Augen zu einem „Banausen“ gemacht hat. Revinge macht hier, als „idealer Leser“, als den er sich sieht, Besitzansprüche an der literarischen Figur geltend und sieht durch „Jahves Feuer“ den Pakt zwischen Autor und Leser gebrochen. Das verdeutlicht, in welch‘ hohem Maße Ekman die Fragen, inwiefern sich Literatur fortschreibt, auf das Leben zurückwirkt und umgekehrt (vgl. Antje Rávic Strubel in „Literaturen“ 02/11, S.68) unauflösbar ineinander verwoben hat. So bietet „Tagebuch eines Mörders“ auch am ehesten ästhetischen Genuss, wenn man den Roman nicht als mehr oder weniger gängigen nordischen Krimi liest, sondern als eine hochliterarische Auseinandersetzung mit Literatur, ihrer Rezeption und Wirkungsweise. Nur im literarischen Zusammenhang entfaltet das Werk selbst seine Wirkung. Als eigenständiger kriminalliterarischer Roman vermag „Tagebuch eines Mörders“ dagegen sicher nicht zu überzeugen. Zu antiquiert ist die Sprache – die aber in Bezug auf die innerliterarische Auseinandersetzung mit einem Text der Jahrhundertwende seine Berechtigung hat -, zu altertümlich der gesamte Habitus. Und auch hinsichtlich der immer aktuellen Frage, was einen Menschen zum Mörder macht, muss man leider sagen: Im Norden nichts Neues.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth
© August 2011 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
 

"Der Ruf des Raben" von Kerstin Ekman

Der Ruf des Raben - Nebulös schön für dämmerige Novembertage
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Als er auf dem dichten grünen Moos unter den Wurzeln einer Birke erwacht, hört er in der Ferne leise strömendes Wasser. Skymt ist ein Wesen des Waldes, er hat überlebt, und der Baum hat ihn vor dem Tod bewahrt. Doch noch immer herrscht Krieg zwischen den Völkern der Wölfe und der Bären. Niemand kann sich an den Ursprung dieses Kampfes erinnern, aber es will ihn auch niemand verloren geben. So schließt Skymt sich dem Wolfsvolk an - bis er sich in Sjorpha verliebt, eine Tochter des Bärenvolks. Als die beiden ihren ersten Sohn erwarten, müssen sie in einem Kahn den Strom hinabfliehen. Ihr Kind aber geht auf der Flucht verloren, und eine lange, wechselhafte Suche beginnt. Der waldreiche, menschenleere Norden Schwedens ist der Schauplatz der großen Romane von Kerstin Ekman. Dorthin verlegt sie auch den "Ruf des Raben".

Wie (fast) immer bei schwedischen Autoren und bei Kerstin Ekman spielt auch in "Der Ruf des Raben" die Natur eine große Rolle. Eigentlich hat sie in diesem Roman sogar die Hauptrolle inne, denn Menschen tauchen nur am Rande der Erzählung auf, um mal Feuer zu machen und Unordnung zu hinterlassen. Doch dann verschwinden sie wieder und alles wird wieder ruhig. Stattdessen nehmen Wolfs- und Bärenvolk, Skymt und Sjorpha, die Hauptrolle ein und trotz einiger detaillierter Beschreibungen der beiden Protagonisten wird bis zum Schluss nicht ganz klar, was für Wesen die beiden nun genau sind. In jedem Fall sind sie Wesen des Waldes und so wie Skymt und Sjorpha, so behandelt Kerstin Ekman in "Der Ruf des Raben" auch den Wald, die Natur an sich, wie ein eigenständiges, fühlendes Wesen. So wird die Gebirgslandschaft Nordschwedens hier mehr als nur Kulisse.

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Allerlei märchenhafte Gestalten bevölkern den Wald und auch die Suche Gollies und Silpes, den späteren Kindern von Skymt und Sjorpha, erinnert stark an die mit einer Suche verbundene Bewährungsprobe in Märchen. Die Zwillinge Gollie und Silpes jedenfalls besitzen genug Mut, Abenteuerlust und Witz, um die Herausforderung zu bestehen. Damit können sie am Ende ihre je eigenen Wege gehen und auch für Skymt und Sjorpha schließt sich der Kreis.

"Der Ruf des Raben" ist damit auch in hohem Maße eine Fabel, die in knappen Beschreibungen unsere Welt und unsere Gegenwart reflektiert. Es geht um die letztlich alle Hindernisse überwindende Liebe genauso wie um Hass, Neid und Krieg, dessen Sinnlosigkeit dadurch einsichtig wird, dass sich niemand mehr an den eigentlichen Grund der Auseinandersetzung erinnern kann.

All das hat Kerstin Ekman auf knappe 230 Seiten verdichtet, aber trotzdem blieben für mich Skymt und Sjorpha irgendwie gesichtslos. Will man einen Fantasyroman schreiben, muss man sich sicher nicht ausführlichen Beschreibungen bzw. Erfindungen ganzer Welten à la Tolkien hingeben. Dennoch ist es meiner Meinung nach Kerstin Ekman nicht ganz gelungen, die poetischen Naturbeschreibungen und die wie Farbtupfer hingeklecksten Details in der Beschreibung von Skymt und Sjorpha zu einem Ganzen zu vereinen. Skymt und Sjorpha verlieren sich in meiner Phantasie hinter den Nebelbänken, die die Gebirgsgegend Skymts und Sjorphas so oft durchziehen. Man kriegt sie irgendwie nicht ganz zu fassen - aber vielleicht war das ja auch Absicht? Wer weiß.

Die Sprache ist zugleich schlicht (z.B. in den einleitenden Kapitelpassagen) und einfallsreich, finden sich doch in "Der Ruf des Raben" etliche phantasievolle neue Wortschöpfungen, die wohl dem norrländischen Dialekt entstammen. Diese Mischung aus Einfachem und Phantastischem hat zweifelsohne ihren Reiz und stellt einmal mehr Kerstin Ekmans Erzähltalent unter Beweis. Damit ist "Der Ruf des Raben" bestens als nebulös schöne Lektüre für die ersten trüben Novembertage geeignet!

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth
© August 2003 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien

"Die Nacht vor dem Mord" von Kerstin Ekman

Nur als Zeitdokument spannend
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Kommissar Viggo Bredberg wird in seinem Urlaub in einen Mordfall verwickelt, denn ein junger Mann ist bei Dreharbeiten erschossen wurden und die einheimischen Kollegen bitten ihn um Hilfe. Bredberg kommt ein zehnjähriges Mädchen zu Hilfe, welches einen weiteren Toten gesehen hat, der aber wieder verschwunden ist. Hierbei könnte es sich um den verschwundenen Jazzmusiker Staffan Wingmann handeln. Freunde und Kollegen glauben jedoch nicht an dessen Tod und so steht Bredberg wieder am Anfang, weil er keine Leiche hat

"Die Nacht vor dem Mord" war 1959 Kerstin Ekmans Debüt als Kriminalschriftstellerin und eigentlich ist der Roman aus heutiger Sicht nicht mehr besonders bemerkenswert. Wie alle Romane Kerstin Ekmans ist auch "Die Nacht vor dem Mord" "ein Kind seiner Zeit" und wirkt aus heutiger Sicht sehr betulich, ja vielleicht sogar etwas angestaubt und antiquiert. Weder möchte man sich als Leserin jedenfalls mit Kommissar Viggo Bredbergs Männer- noch mit seinem Frauenbild sowie dem Frauenbild im Allgemeinen in diesem Roman besonders gerne identifizieren. Aber all das, was Kerstin Ekmans spätere Romane so sehr auszeichnet, nämlich die äußerst feine und genau beobachtete Personenzeichnung, das Studium der Charaktere und des Milieus, ist letztlich auch in "Die Nacht vor dem Mord" bereits angelegt und deswegen ist dieser erste Roman, gerade weil er heute so beschaulich daherkommt, doch wieder von Interesse, und zwar als Zeitdokument.

Kaum ein anderer Autor vermag es, Menschen, Stimmungen und Zeitgeist so pointiert einzufangen wie Kerstin Ekman. Es ist beachtlich, wie sehr sie ihr Handwerk von mal zu mal perfektioniert und einfach immer besser wird. Spannend wird "Die Nacht vor dem Mord" daher vor allem in der Retrospektive und im Vergleich mit ihren anderen Werken.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth
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"Die Totenglocke" von Kerstin Ekman

Psychogramm einer Mordgesellschaft
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Blutrot stehen die Espen und Ahornbäume gegen den kaltblauen Himmel. Morgen würde die alljährliche Jagd beginnen. Diesmal müssen sie noch Klas Bodin vom Zug abholen. Die angeheiterte Jagdgesellschaft nimmt den Weg durch den Wald - und überfährt versehentlich eine Frau. Die Männer versuchen das Geschehen zu vertuschen, doch es gibt einen Mitwisser: Klas Bodin. Die Jagd bietet Gelegenheit, sich Bodins zu entledigen. Aber der ist clever und skrupellos...

Kerstin Ekmans Krimi "Die Totenglocke" aus dem Jahr 1963 könnte man auch als eine "Chronik eines angekündigten Mordes" lesen, denn alle Gedanken der an der Jagd Beteiligten kreisen nur darum, wie man sich des unliebsamen Mitwissers Klas Bodin entledigen könnte, der seine Kumpel mit der Fahrerflucht erpresst. Hier zeigt sich ganz deutlich, dass Charakter- und Milieustudien für Ekman immer wichtiger wurden als ein bloßer Krimi-Plot.

Klas Bodin ist nämlich nicht nur über weite Strecken des Romans quicklebendig, sondern im Vordergrund der Erzählung steht vor allem die Psyche der Jagdgesellschaft nach dem Unfall mit Todesfolge. Vor allem Måns, der den Bus in angeheitertem Zustand fuhr und für den Tod der Frau verantwortlich zeichnet, steht dabei mit all seinen Gewissensbissen und seiner seelischen Pein im Mittelpunkt. Daneben porträtiert Ekman die auch Anfang der 60er noch männlich dominierte ländliche Gesellschaft Schwedens. Da ist mit Georg Mård der Großgrundbesitzer ebenso vertreten wie der "schöne Förster" Emil Emilsson, der stets neue Haushaltshilfen hat, der arbeitsame, aber etwas naive Anders Flod, der mit seiner ebenfalls äußerst fleißigen finnischen Frau ein Kind nach dem anderen produziert und auf keinen grünen Zweig kommt, Rickard, der es sich als Verwalter des Anwesens der beiden Schwestern Klas Bodins gut gehen lässt und mit dem Klas also noch eine Rechnung auf hat, Måns Westling, Anfang 30 und eigentlich ein guter Kerl wie schließlich der alte Gustaf åkerman, der mittlerweile Pensionär ist und eine Vergangenheit als Wilddieb hinter sich hat. Auch mit ihm hat Klas Bodin noch ein Hühnchen zu rupfen. Beste Voraussetzungen also, um eine feine Mordintrige zu spinnen!


Buchtipp
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin

Frauen spielen in dieser Welt nur am Rande eine Rolle. Einzig Eva, Måns Frau, gewinnt etwas an Kontur und hat mit ihrer Bitte, Gustaf möge doch an der bevorstehenden Treibjagd teilnehmen vielleicht ihren Beitrag - unbewusst - zum Tode von Klas Bodin geleistet , aber insgesamt bleiben die Frauenfiguren hier blass und fristen ihr Dasein hauptsächlich im Haus und in der Küche oder auf dem Hof. Zum Verhängnis für die eingeschworene Jagdgesellschaft wird außerdem noch Vilborg, die Haushälterin Georg Mårds, denn natürlich haben die Männer nicht daran gedacht, dass Vilborgs Beobachtungen ihre Aussagen konterkarieren könnten. Insofern leisten diese beiden Frauenfiguren durchaus einen enormen Beitrag zum Handlungsverlauf, bleiben aber dennoch weitestgehend unsichtbar für den Leser.

Parallel zur Mordintrige an Klas Bodin wird im Hintergrund die Geschichte des schon legendären, geradezu mythischen Flyrmyran-Hirsch erzählt, der durch seine enorme Größe sowie durch sein Geschick, immer wieder dem Gewehr Gustafs zu entkommen, beeindruckt. Niemand außer Måns und Gustaf hat ihn bisher zu sehen bekommen. Somit ist klar, dass der Hirsch Måns' und Gustafs Geschichte ist, der ihre Beziehung zueinander bestimmt. Ihn zu erlegen ist die letzte große Aufgabe, die Gustaf sich gestellt hat. Am Ende hat er ihn direkt vor der Linse, doch Måns, inzwischen aus dem Gefängnis zurückgekehrt, bittet Gustaf im letzten Moment, ihn am Leben zu lassen. Diese Handlung ist für beide zugleich im metaphorischen Sinn der letzte Akt der Absolution und Katharsis. Måns nämlich hat mittlerweile durchschaut, wie der Tod Klas Bodins schließlich tatsächlich zustande gekommen ist und spricht mit dem Wunsch, den Hirsch am Leben zu lassen, auch Gustaf die Absolution aus. So findet die Geschichte trotz zweier Toter und mehreren zerstörten Existenzen doch noch ein versöhnliches Ende.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth
© August 2003 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien

Katrineholm-Tetralogie von Kerstin Ekman

Die Frauen und die Stadt
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Zwischen 1974 und 1983 sind die als Katrineholm-Tetralogie bekannt gewordenen Romane Hexenringe, Springquelle, Das Engelhaus und Stadt aus Licht entstanden.

Die Romanserie beginnt in den Jahren um 1870 und beschreibt, wie der Bau einer Eisenbahnlinie die Menschen, die an ihr leben, beeinflusst und wie allmählich eine Stadt erwächst. Dabei sind es vor allem die Frauen, auf die Kerstin Ekman ihr Augenmerk legt. Tora Lans ist Protagonistin der ersten beiden Bände, die stellvertretend die neue Zeit mit viel Mut und Selbstvertrauen für sich und ihre eigenen Ziele nutzt. Ein Schicksal als Dienstmädchen wie ihre Mutter und Großmutter es erlebt haben, will sie nicht einfach so hinnehmen.

Mit starkem Willen und noch größerem Arbeitseifer meistert Tora ihr Leben und eröffnet in Springquelle schließlich eine Backstube im Keller und später sogar ein Café. So veranschaulicht Kerstin Ekman die Industrialisierung Schwedens anhand von Frauenfiguren wie Tora und setzt damit gleichzeitig einen markanten Kontrapunkt. Während die äußere Stadt immer weiter wächst und eine von Verwaltern, Fabrikanten und Bahnbeamten männliche Welt Form annimmt, entsteht parallel dazu eine innere Welt der Frauen und Kinder, die Kerstin Ekman der äußerlichen Männerdominanz entgegensetzt. Diese innere Welt der Frauen ist vor allem die Welt der Arbeiterklasse, so dass auch hier die gesellschaftlichen Gegensätze ihre Entsprechung finden.

Dabei werden der Arbeitsalltag der Frauen, ihre Sorgen, ihre Armut und ihr Hunger in geradezu naturalistischer Manier beschrieben. Die Schilderungen sind detailreich und äußerst sachkundig, wie Kerstin Ekman immer wieder beschieden wurde. Das macht es manchmal freilich etwas zäh zu lesen, aber Kerstin Ekman versteht es daneben hervorragend spannende Geschichten zu erzählen mit Menschen, die einem im Laufe des Buches immer mehr ans Herz wachsen.

Während Hexenringen und Springquelle als kollektive Romane an die Tradition der Oral Poetry anknüpfen, konzentriert sich Ekman in den folgenden zwei Bänden immer mehr auf das Innenleben der Figuren und wechselt in Stadt aus Licht auch erzählerisch in die Ich-Form. Das Engelhaus und Stadt aus Licht spielen in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, u.a. während des 2. Weltkrieges. Somit sind die Figuren hier stark vom Großstadtmilieu geprägt. Das wiederum hat Auswirkungen auf ihr Verhältnis zum Leben, auf ihre Verortung und Orientierung im Leben. Die Frauen dieser neuen Generation plagt vielleicht nicht mehr so sehr der rein physische Hunger, als vielmehr ein Lebenshunger anderer Art, dessen Kehrseite die Todessehnsucht ist.

So sucht im letzten Teil der Tetralogie Ann-Marie ihre Tochter Elisabeth und diese Suche entpuppt sich dabei auch als metaphorische Suche nach den eigenen Wurzeln. Jahrzehnte der Industrialisierung haben den modernen Menschen seiner Herkunft entrissen, ihn entwurzelt und ein stückweit heimatlos gemacht. Es gilt, sowohl seine Identität als auch Integrität wieder zu finden.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth
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"Zum Leben erweckt" von Kerstin Ekman

Der weibliche Krilon - Kerstin Ekmans Dialog zwischen Gegenwart und Vergangenheit
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Auch in diesem Roman Kerstin Ekmans stehen vor allem wieder Frauen im Mittelpunkt des Geschehens. Da ist zunächst die Witwe Oda Arpman, die gleichsam das Herz der Frauengruppe bildet. In ihrem Haus treffen sich Sigge, Kajan, Ulla, Blenda, Sylvia und Ruth, um zu reden und zu diskutieren. Vorbild ist die Gruppe Krilon aus einer Romantrilogie des schwedischen Nobelpreisträgers Eyvind Johnson. Die Romane um Krilon und seine intellektuelle Männergruppe sind in den 40er Jahren entstanden und spiegeln die Zeit des Zweiten Weltkrieges in Schweden wider. So dient diese Trilogie Kerstin Ekman als Folie, die "Zum Leben erweckt" unterliegt. Gleichzeitig baut sie Eyvind Johnson geschickt in ihre eigene Geschichte ein und schafft damit die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Denn, so erzählt Oda, Eyvind Johnson habe einmal ihren Ehemann getroffen, vielleicht mit ihm geredet und ihn vielleicht zu der Geschichte um die Gruppe Krilon inspiriert. In dieser Frauengruppe, der Johnsongruppe, ist es jedenfalls vor allem Oda, die redet und dominiert, weshalb sich auch bald Ruth von der Gruppe distanziert wie sich die Johnsongruppe überhaupt im Auflösungsstadium befindet.

Sigge ist die jüngste in der Gemeinschaft und arbeitet an einer Abhandlung über just Eyvind Johnson. Kajan arbeitet eigentlich als Nählehrerin an einer Grundschule und trägt ein Geheimnis mit sich herum, das ihr immer mehr zur Last wird, an der sie zerbricht. Ullas herausragendste Eigenschaft ist die, dass sie die Gedanken anderer Leute lesen kann - manchmal zumindest. Blenda gerät in eine lebensgefährliche Geschichte, als sie ein altes Seidentuch restauriert und Sylvia sucht in Gewölben unter der Altstadt nach archäologischen Ausgrabungen. Am Ende wird sie mit ihrem senilen Mann Cyrius konfrontiert.
So unterschiedlich diese Frauen auch sind, so haben sie doch eines gemeinsam: Sie fühlen sich unsicher, allein und ängstlich angesichts der Zeit, in der sie leben. Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hat begonnen und wieder herrscht Krieg in Europa, der Angst und Schrecken verbreitet. Alte Erinnerungen, gut verdrängt geglaubt, werden wieder lebendig. Der Jugoslawienkrieg ist die pure Gewalt per se, steht aber auch stellvertretend für die Verrohung der Gesellschaft im Allgemeinen. Die Frage, die der Roman aufwirft, ist, wie wir uns dazu verhalten. Aus den Kommentaren, Geschichten und Anekdoten dieser Frauen erwächst im Verlauf des Romans schließlich ein vielstimmiges vom weiblichen Blick geprägtes Weltbild, das dem Krieg der Männer entgegensteht.

Parallel dazu werden im Grunde genommen mindestens zwei weitere Geschichten erzählt: Erstens die Geschichte eines kleinen Mädchens, das seine Schwester verliert; zweitens tritt "Zum Leben erweckt" selbst in eine Art Dialog mit Johnsons Widerstandsreihe, den Krilon-Romanen. Gezeigt wird beide Male, wie eine Welt angesichts eines Krieges aus den Fugen gerät und wie mächtig oder ohnmächtig das rationale Diskutieren und Reflektieren dem gegenübersteht. Auf der einen Seite finden wir das Ideal des Humanismus, auf der anderen die Realität des Krieges sowie die von technischer Kühle geprägte menschliche Existenz am Ende des 20. Jahrhunderts. Immer wieder wird so Vergangenes und Gegenwärtiges miteinanderverflochten und zueinander in Beziehung gesetzt.

Es mischt sich schließlich noch das Mordmotiv ein - "Zum Leben erweckt" ist keine leichte Kost, zieht den Leser aber sofort in seinen Bann. Die Geschichte trägt und zusammen mit den Figuren entfaltet der Roman ungeheure Kraft. "Zum Leben erweckt" verdient es unbedingt, gelesen zu werden!

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth
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"Geschehnisse am Wasser" von Kerstin Ekman

Mittsommer, Mord und Melancholie
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Mittsommer 1973: Annie Raft kommt zusammen mit ihrer 6jährigen Tochter Mia in dem kleinen norrländischen Dorf Svartvattnet an. Hier will sie ihren Freund Dan treffen, um mit ihm zusammen in einer Hippie-Kommune etwas außerhalb des Dorfes zu leben. Doch Dan kommt nicht. So macht Annie sich mit Mia allein auf den Weg und irrt in der zwielichtigen Mittsommernacht durch den Wald. Auf ihrer Wanderung begegnet ihr Johan Brandberg, 16 Jahre, der vor der dumpfen Gewalt zu Hause flieht. Kurz darauf entdeckt sie ein Zelt und zwei Tote. Annie glaubt in Johan den Mörder gesehen zu haben.

Der zweite Teil des Romans setzt 18 Jahre später ein und Annie erkennt in Mias neuem Freund den vermeintlichen Mörder wieder. Bald darauf ist Annie tot. Die Polizei glaubt an einen Unfall, doch Johan, der, so viel weiß der Leser, nicht der Mörder sein kann, und Annies Lebenspartner Birger Torbjörnsson machen sich gemeinsam daran, den alten Doppelmord und Annies Tod zu untersuchen.

Geschickt legt Kerstin Ekman Hinweise, Spuren und Indizien aus, die immer wieder auch auf die falsche Fährte führen und dennoch so viel über die Menschen in Svartvattnet enthüllen. Dabei können die Hinweise, die zur Aufklärung des Falls beitragen, ganz banale und alltägliche Gegenstände sein wie Stiefel, Kondome, Mopeds oder ein alter Melkplan, was besonderes Vergnügen bereitet und dem Ganzen ungeheure Intensität und Authentizität verleiht.

Überhaupt zeichnet sich dieser Roman Kerstin Ekmans vor allem anderen durch eingehende, intensive und plastische Milieu- sowie Charakterstudien aus und leistet somit auch einen Beitrag zur Mentalgeschichte Schwedens Anfang der 70er bzw. Anfang der 90er Jahre bei.

Dabei spielt – wie bei einem schwedischen Roman kaum anders zu erwarten – die Natur eine große Rolle. So wie Johan Gewalt, Ungerechtigkeit und Rückständigkeit den Rücken kehren will, so kehrt Annie zunächst der Großstadt den Rücken, um in der freien Natur das verlorene Paradies zu suchen, doch entpuppt sich dieses Idyll als eine Scheinidylle. In der Hippie-Kommune herrschen genauso Machtstrukturen und Regeln vor wie auch in der übrigen Gesellschaft. Freiheit und Autonomie gibt es hier so wenig wie dort. Johan schlägt genau die entgegengesetzte Richtung ein, kehrt aber doch immer wieder an den Ort seiner Kindheit und Jugend zurück. Hier nimmt er an den verherrlichenden, nostalgischen Wettkämpfen der Sami teil und hat sich damit auch nicht wirklich von seiner Vergangenheit befreit. Ländliches Idyll und Moderne sind hier die unterschiedlichen Pole. Figuren wie Annie und Birger fühlen sich in beiden Welten nicht wirklich zu Hause, haben aber auch keine andere Alternative. Mia dagegen fungiert als lebenstüchtiges Gegenbeispiel.

Kerstin Ekman erzählt von dieser Landschaft und von den Menschen, die in, von und mit ihr und ihren Erinnerungen leben, wie sie ums Vergessen ebenso kämpfen wie ums Erinnern. Da sind z.B. Torsten und seine Söhne, die von der Natur leben, aber nur, indem sie ihr Gewalt antun. So verrohen sie zusehends, sind bald zu keinem normalen menschlichen Kontakt mehr fähig und ein Leben zählt für sie nicht viel. Gudrun flieht aus einer rauen Kindheit bei Rentiertreibern und landet doch nur in der dumpfen norrländischen Wirklichkeit. Auf der anderen Seite stehen die, die Natur verherrlichen und sie dabei nicht minder vergewaltigen. Das sind Annie, die die Errungenschaften der Zivilisation vermisst, und Ilya, die radikal emanzipierte Professorin mit großbürgerlichem Haus und dem Traum von grenzenloser, zügelloser Lust, die von einem geheimnisvollen Wanderer im Wald genährt wird.
So handelt der Roman auch von Außenseitern und Aussteigern, wie es ein jeder für sich ist und am Ende werden Mütter zu Mördern, um ihre Kinder zu schützen. Und inmitten all dessen keimt bereits neues Leben, so dass sich unweigerlich die Frage nach Schuld und Sühne aufdrängt. Melancholie ist das vorherrschende Gefühl, das über der gesamten Erzählung liegt.

„Geschehnisse am Wasser“ entfaltet schließlich die ganze Magie des Nordens, nie war Kerstin Ekman besser, die Geschichte, die Figuren, die Landschaft, einfach alles zieht den Leser unbarmherzig in seinen Bann und lässt ihn nicht mehr los.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth
© August 2003 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien

"Die drei kleinen Meister" von Kerstin Ekman

Verschwiegenheit auf Finnland-Schwedisch
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Die Geschichte spielt in Rakisjokk, hoch oben im Norden an der schwedisch-finnischen Grenze. Der Kunstmaler Matti Olsson stirbt plötzlich und es obliegt Polizeiwachtmeister Torsson, der selbst aus dem Süden stammt, den Fall aufzuklären. Eher widerwillig macht Torsson sich auf den Weg, denn es ist tiefster Winter, die Straßen sind zugeschneit und so bleibt dem wohlbeleibten Torsson nur, sich auf Skiern nach Rakisjokk zu begeben. Zwar sprechen die Dorfbewohner schwedisch, finnisch und/oder samisch, geben sich gegenüber dem Polizisten aus dem Süden aber eher wortkarg, so dass die Ermittlungen ergebnislos abgebrochen werden. Monate später beschließt der Maler David Malm, seinen Freund Olsson zu besuchen und bringt so die Untersuchung erneut und auf eigene Faust wieder ins Rollen.

Mit seinen Nachforschungen stört Malm die scheinbar beschauliche Dorfruhe nicht unerheblich. Ekman zeigt hier, wie das eingespielte Ordnungsgefüge einer Dorfidylle durch das Eindringen eines Fremdlings empfindlich durcheinander gebracht wird. Allmählich brechen unter der Oberfläche schlummernde Konflikte auf, doch zunächst siegt die Dorfräson.

"Die drei kleinen Meister" ist – trotz seines geringen Formats – ein großer Roman der schwedischen Queen of Crime der 70er Jahre! Ekman schildert den Alltag der Dorfbewohner, der sich signifikant von dem der "Südländer" und "Großstädter" unterscheidet facettenreich, nuanciert und anschaulich. Sie versteht es meisterlich, ihre Leser mit auf eine Reise in eine andere Welt und andere Denkmuster zu nehmen, so dass man sehr schnell versteht, was in den Köpfen der Dorfbewohner vor sich geht, auch wenn sie selbst recht wortkarg sind.

Der Roman ist damit nicht nur ein spannender Krimi, sondern auch ein atmosphärisch sehr dichter Roman, weil er Milieu und Zeit geradezu atmet. Der Stil ist in diesem frühen Werk Ekmans ("Die drei kleinen Meister" erschienen erstmals 1961 in Schweden) vielleicht noch nicht so ausgereift – zumindest aber nicht so schwer und tragend – wie in ihren späteren Werken*, aber deswegen nicht minder unterhaltsam. Im Gegenteil: Die Leichtfüssigkeit des Erzählten trägt nicht wenig zur spannenden Atmosphäre bei. Ein schöner Roman!

*Der Roman ist eine Neuauflage aus den 60ern, aber leider nicht neu übersetzt.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth
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"Der brennende Ofen" von Kerstin Ekman

Stimmungsvolles aus Schwedens Sommer
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Ein Pyromane brandschatzt mitten im heißesten Sommer durch das Bauerndörfchen Ärketuna in Uppland und plötzlich wird der Alltag dort so spannend wie ein Krimi! Eine Scheune, ein Haus und schließlich der Wald brennen, als ausgerechnet auch noch der Pfarrer unter Mordverdacht gerät.

In "Der brennende Ofen" (in Schweden erstmals 1962 erschienen) gibt es ein Wiedersehen mit David Malm, der sich als Restaurator der in der Kirche Ärketunas entdeckten Fresken annimmt und der schon in "Die drei kleinen Meister" sein Debüt als ermittelnder Maler feierte.

Wie in dem vorangegangenen Roman auch geht es Ekman hier vor allem darum, auf leichte Weise zu unterhalten und ein Panorama aus Bäuerlichkeit, Habgier, Hass, Verrat und Liebe zu schaffen. Im Nachhinein lesen sich "Die drei kleinen Meister" und "Der brennende Ofen" wie Fingerübungen* zu den 1993 erschienenen "Geschehnisse am Wasser". Dennoch sind beide Bücher unbedingt empfehlenswert, denn es ist beeindruckend, wie stilsicher und leicht Ekman es schafft, Stimmung und Milieu einzufangen – und spannend ist es außerdem, bis klar wird, wer der Brandteufel und Mörder ist!

*Hinsichtlich des Stils ist noch zu erwähnen, dass leider beide Romane seit ihrer Erstveröffentlichung auf Deutsch nicht wieder neu übersetzt wurden.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth
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"Geschehnisse am Wasser" von Kerstin Ekman

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Midsommer 1974. Die junge Stockholmer Lehrerin Annie Raft ist mit ihrer Tochter Mia, sechs, auf dem Weg nach Norden. Sie will in Jämtland mit ihrem Freund Dan Ulander ein neues Leben anfangen. Der Bus bringt sie in ein abgelegenes Dorf. Ihr Freund versetzt die beiden und nach einigen Stunden des Wartens brechen die beiden auf und machen sich auf die Suche nach ihrem Freund. Sie verlaufen sich. Etwa zur gleichen Zeit wird Johan Brandberg von seinen drei Halbbrüdern zur Strafe in einen fast trockengefallenen Brunnen gesperrt. Ein Aal befindet sich noch im Wasserrest. Johann kann fliehen und schlägt sich durch die Wälder, er will auf keinen Fall nach Hause, sie sollen ihn ruhig suchen, er kennt sich hier gut aus. So versteckt er sich in einer Holzhütte am See Lobberan. Auch Annie und Mia erreichen nach äußerst mühsamen Stunden den See und entdecken dort ein Zelt. Beim näherkommen müssen sie allerdings erkennen, dass dort ein furchtbares Verbrechen geschehen ist. Sie irren zurück ins Dorf und Annie sieht im späten Licht des Tages ein ihr fremdes Gesicht eines Mannes. Ein Täter wird nie ermittelt. Zwanzig Jahre später wird Mia von einem Mann des Nachts nach Hause gebracht. Annie Raft ist sich sicher: Das war der Mann vom Lobberan. Sie ist entsetzt.

Mein Kommentar:

Was sich liest wie ein Krimi, ist die Geschichte des Nordens, der endlosen Wälder, der Seenlandschaft, der Trollblumen und des Rispengrases in der Weite der Landschaft. Man taucht ein in diese doch noch recht ursprüngliche Welt und Kerstin Ekman schafft es auf bewunderndswerte Weise diesen Zauber einzufangen.Nichts ist übertrieben dargestellt, so wie das Land, so spricht uns aus diesem Werk die Liebe zu den Menschen, den Sami, direkt an. Ein wunderbar komponiertes Werk, es empfiehlt sich vorher einen Glögg zuzubereiten, das Telefon möglichst abzustellen, viel Zeit zu haben, dann beginnt der ekmannsche Zauberteufel sein Werk. Ganz sicher. Wie ein Sog.

Vielen Dank an Wolfgang Berning-Koch
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