Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin

Interview mit dem Autoren Arne Dahl

Arne Dahl - Foto: Sara Axelsson
Der Autor Arne Dahl
Foto ©Sara Axelsson

Warum noch lange nicht Schluss ist

Arne Dahl im Interview mit schwedenkrimi.de über das „elfte von zehn Büchern“ über die A-Gruppe

Arne Dahl hatte neben Helene Tursten einen umjubelten Auftritt bei der Großen Schwedischen Kriminacht am 18. Oktober 2008 in Kamen im Rahmen des „Mord am Hellweg“-Festivals. Bevor der Autor sich wieder zum Schreiben auf eine einsame Schäreninsel zurückzieht, gab das Literaturportal schwedenkrimi.de Arne Dahl einige Fragen mit auf den Weg, die er uns freundlicherweise per Mail im Anschluss an die Lesung beantwortete.


Literaturportal schwedenkrimi.de:
Du nimmst nach 2004 zum zweiten Mal beim „Mord am Hellweg” teil. Hat sich das deutsche Publikum in der Zwischenzeit verändert? Sind wir vielleicht etwas kritischer geworden oder noch genauso enthusiastisch wie vor einigen Jahren?

Arne Dahl:
Interessante Frage. Möglicherweise seid Ihr etwas kritischer als zuvor. Vielleicht seid Ihr in eine etwas mehr reflektierendere Phase eingetreten, in der nicht mehr JEDER schwedische Krimi gut ist. Hoffentlich fangt Ihr an, die Spreu vom Weizen trennen zu können. Es wird auch viel schwedischer Mist geschrieben. Gleichzeitig mag ich Euren Enthusiasmus sehr, der ganz und gar von dem griesgrämigen Neid befreit ist, der diesem Genre oft in Schweden entgegenschlägt.

  Arne Dahl bei schwedenkrimi.de
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Bei einer Lesung
Literaturportal schwedenkrimi.de:
1999 erschien Dein erster Roman über die A-Gruppe, „Misterioso“. Wie hat sich das Krimigenre und vielleicht die ganze Branche seitdem verändert?

Arne Dahl:
Man kann vielleicht von Inflation sprechen und einer Art „Überetablierung“. ”Everyone’s a crime writer.” Allerhand Glückssucher entdecken das Genre für sich, weil es hier viel Geld zu verdienen gibt. Das ist die eine Seite der Sache. Die andere ist, dass die beste Kriminalliteratur dennoch anfängt, sich der „richtigen Literatur“ zu nähern, sodass wir eine doppelte Entwicklung haben: Das meiste wird schlechter, aber das Beste wird besser.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Während des Festivals wird auch erstmals der Ripper-Award verliehen. Nominiert sind Maj Sjöwall, Henning Mankell, Håkan Nesser, Val McDermid und John Harvey. Wer ist Dein Favorit? Wem würdest du den Preis verleihen und warum?

Arne Dahl:
Es gibt nur einen, der wirklich große Bedeutung gehabt hat: John LeCarré. Von den Nominierten würde ich vielleicht dennoch Håkan Nesser wählen. Sjöwall/Wahlöö haben eher etwas für mich persönlich bedeutet, aber das ist lange her. Daneben denke ich, dass ich selbst recht bedeutsam für das Genre bin … :-)

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Ich habe gesehen, dass außerdem ein elftes Buch über die A-Gruppe erschienen ist. Worum geht es da?

Arne Dahl:
Das ist ein sehr spezielles Buch, das sowohl zu der Serie gehört als auch nicht. Ich nenne es das „Buch elf von zehn“. Die Mitglieder der A-Gruppe treffen sich ein Jahr nach Auflösung der Einheit. Sie versammeln sich auf einem einsam gelegenen Schloss ein wenig außerhalb von Stockholm und erzählen einander Geschichten. Es ist eine Mischung zwischen Decamerone und „Zehn kleine Negerlein“, wenn man so will. Und ein sehr ungewöhnlicher historischer Kriminalroman … Ich betrachte das Buch als einen sehr eigentümlichen Puffer zwischen zwei Arne-Dahl-Serien.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Was war denn der Auslöser, nicht nach zehn Büchern aufzuhören, sondern noch ein elftes zu schreiben?


Buchtipp
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Arne Dahl:
Es gab noch zuviel Energie in der A-Gruppe, um die Arbeit daran zu beenden. Ich liebe es, mich im Kreis dieser Menschen zu bewegen und werde dort wohl noch recht lange verbleiben. Außerdem habe ich gemerkt, dass die Bücher besser und besser statt schlechter wurden (wie sonst so oft bei Serienformaten). Das zehnte Buch, „Himmelsöga“* (Deutsch: „Himmelsauge“, Anmerk. d. Red.), ist ein richtiges Highlight. Und das neunte, „Efterskalv“* (Deutsch: „Nachbeben“, Anmerk. d. Red.), hat eine spezielle Bedeutung für Euch Deutsche. Das achte, „Mörkertal“* (Deutsch: „Dunkelziffer“, Anmerk. d. Red.), handelt von den dunkelsten und verborgensten Seiten des Internet. Das siebte Buch, „Totenmesse“, das Ende Februar auf Deutsch erscheinen wird, ist eines meiner besten Bücher. Ich sehe also keine Veranlassung, Schluss zu machen. Aber von nun an werden sich Paul Hjelm, Kerstin Holm und die anderen in etwas anderen Konstellationen wieder finden. Stay tuned …

*Diese Bände sind noch nicht auf Deutsch erschienen.

Autorin:
Alexandra Hagenguth/ KONTEXTE - Wissensportal für Text, PR, skandinavische Sprachen und Literaturen
© Oktober 2008 - Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
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