Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
Arne Dahl - Sieben minus eins
Hier können Sie Probelesen in einem Buch der Autorin Marianne Berglund.
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Nebel über dem Fluss
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Broschiert
Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum:
Oktober 2002
ISBN: 3442452767
Originaltitel:
"Den Förlista"
Übersetzung:
Gabriele Haefs
Kurzbeschreibung

Im frühen Morgennebel entdeckt ein junger Mann die Leiche des ermordeten Arztes Christer Nyberg. Die Kommissarin Eva-Britt Bixe macht sich auf die Suche nach dem Täter, und alle Fäden scheinen in der Klinik zusammenzulaufen, in der Nyberg beschäftigt war. Schritt für Schritt setzt Eva-Britt die Teile eines komplizierten Puzzles zusammen, doch auch sie kann einen weiteren Mord nicht verhindern ...

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Leseprobe

Der Wind war stärker geworden, und es fiel ein leichter Regen. Zitternd klappte er seinen Mantelkragen hoch. Er hatte es nicht weit bis nach Hause, aber die Dunkelheit schien den Weg bis zur Unendlichkeit auszudehnen.


Buchtipp
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin

Als er sich an diesem Abend gegen acht auf den Weg in die Stadt gemacht hatte, hatte er sich wegen des Heimwegs keine Sorgen gemacht. Dass er nicht mehr zurückfahren konnte, bedeutete, dass der Wagen über Nacht in der Stadt bleiben musste. Er würde außerdem zu Fuß nach Hause gehen müssen, aber das war nicht das erste Mal, und so schrecklich weit war es nun auch wieder nicht, nur eben dunkel und unangenehm. Doch als sich die Tür der verräucherten Kneipe in der Storgata hinter ihm schloss, fühlte er sich plötzlich unbeschreiblich müde. Kalt war es noch dazu. Er schaute zum pechschwarzen Himmel hoch und hörte die Kirchturmuhr halb elf schlagen; wie immer ging sie zwei Minuten nach.
Er lief zum Stora Torg, wo er atemlos feststellen musste, dass er den letzten Abendbus verpasst hatte; der verschwand soeben in Richtung Karl XI. väg. Natürlich hätte er ein Taxi heranwinken können, nur tauchte leider keins auf. Es war überhaupt seltsam leer und still an diesem Montagabend. Der ohnehin schon dunkle Himmel war von noch dunkleren Wolken bedeckt, die wie zerrissene Fetzen weiterjagten, während Windstöße wie durchsichtige Schleier durch die Straßen fegten und Kieselsteine und trockenes Laub mit sich rissen.
Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare und ging durch die Brogata. Dieser Spaziergang war wirklich die pure Zeitverschwendung. Es war überhaupt idiotisch von ihm gewesen, diesen Abstecher in die Stadt zu machen. Einige Sekunden lang bereute er das zutiefst. Wie viel war das alles überhaupt wert? Was brachte ihm das eigentlich? Er verfluchte sich und seine infantile Dummheit. Vor ihm lag ein hektischer Tag und er brauchte allen Schlaf, den er bekommen konnte. Er hätte es zumindest aufschieben sollen, statt einfach übereilt loszustürzen.
Er nahm eine Abkürzung durch einige kleine Gassen und hatte schon bald Timmermannsleden erreicht. Der Wind pfiff durch die Bäume und bog die Zweige zur Seite. Ein Wagen kam mit eingeschaltetem Fernlicht auf ihn zu, für eine Sekunde hoffte er auf ein freies Taxi, doch dann bog der Wagen in eine Querstraße ab, ehe er ihn erreicht hatte. Immerhin musste er jetzt nur noch einige Blocks hinter sich bringen. Bei der tickenden Ampel überquerte er die Skeppargata. Die sonst so viel befahrene Straße lag wie ausgestorben vor ihm.

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Leseprobe

Hinter dem Supermarkt entdeckte er zwei besoffene Penner auf einer Bank und fuhr zusammen. Er beschleunigte seine Schritte und hatte schon bald die Västmansgata erreicht. Als er auf dem schmalen Bürgersteig nach links abbog, wurde er vom scharfen Licht eines weiteren Wagens geblendet und überlegte sich, dass das nun schon das zweite Mal war, seit er die Einbahnstraße passiert hatte.
Er konnte jetzt die moosgrüne Fassade erkennen, die im Dunkeln ebenso grau aussah wie die der anderen Häuser der Straße. Ein plötzlicher Windstoß fegte über den Boden, fauchte an den Mauern vorbei, sang heftig und metallisch in den Regenrinnen, ließ die Straßenlaternen ruckhaft hin- und herschaukeln und die Blechdächer ächzen. Er lief wieder schneller, der Wind blies durch seinen dünnen Mantel, legte sich dann aber wieder, fast als habe es ihn nie gegeben, und er verlangsamte sein Tempo und dachte, es sei doch dumm, sich dermaßen zu verausgaben. Er hatte ja nur noch wenige Meter vor sich. Aber etwas verunsicherte ihn, machte ihm fast schon Angst. Er hatte das Gefühl, nicht allein zu sein. Er fing an, eine Melodie zu summen, die er früher an diesem Abend im Radio gehört hatte. Sang im Rhythmus seiner Schritte. Aber dieses seltsame Gefühl wollte sich nicht legen. Er schob die Hände in die Manteltaschen und ging noch schneller.
Er lief an den vielen parkenden Wagen vorbei, deren Lack im Laternenlicht mit einem starren Blitzen aufglänzte. Automatisch schaute er durch die Wagenfenster, um festzustellen, ob vielleicht jemand darin saß und ob das der Grund für sein Unbehagen sein könne. Für manche wäre es doch ein Kinderspiel, in einer leeren nächtlichen Straße einen gut gekleideten Vierzigjährigen mit dicker Brieftasche auszurauben. Aber alles, was er sah, waren leere schwarze Sitze.
Erst als er den Gartenzaun erreicht und gerade die Schlüssel aus der Tasche gezogen hatte, hörte er das Geräusch. Ein leises Klappern, wie von einer rollenden Blechdose oder einem verlorenen Schlüssel. Es war ein eiliges Geräusch, das fast sofort wieder verstummte, und er war sich nicht sicher, ob er es überhaupt gehört hatte. Aber als er dann die Hand nach der Torklinke ausstreckte, hörte er es wieder, wenn es jetzt auch anders klang. Es waren Schritte, ja, da war er sich sicher. Klappernde, harte Schritte.
Als sich die Gestalt aus dem Dunkel beim Zaun löste, war es sein erster Impuls zuzuschlagen. Doch wie ein Zuschauer bei einem Film, der ihn in Wirklichkeit nichts angeht, beobachtete er, wie die Gestalt auf ihn zukam. Sie hielt etwas Blankes, Glitzerndes in ihrer erhobenen Hand. Seine eigene Hand war unbeweglich.
Danach ging alles sehr schnell. Die erhobene Hand landete irgendwo unterhalb seiner Schulter, er verspürte ein Brennen, und der Asphalt schien ihm auf seltsame Weise entgegenzukommen, als sei der Boden lebendig geworden und bäume sich auf. Erst als der Bürgersteig über seine rechte Wange schrammte und er ein seltsames Scheppern hörte wie von Tonscherben, setzte der Schmerz ein - im Nacken und am Brustkorb, gefolgt von dem stechenden Brennen im Rücken. Den Blick auf einen schwarzen Schuh gerichtet, der in einer sich ausbreitenden Blutlache stand, die vorher nicht da gewesen war, konnte er noch denken, dass diese Art zu sterben für den Mann im Film doch überaus wahnwitzig und unnötig sei.

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Veröffentlichungserlaubnis.
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