Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Kim Novak badete nie im See von Genezareth“ 10 Jahre danach

Kim Novak badete nie im See von Genezareth
Kim Novak badete nie
im See von Genezareth
Die Wahrheit über den Mord an Berra Albertsson?

In einer kurzen im schwedischen Fernsehen am 19. Dezember 2008 ausgestrahlten Dokumentation sowie in einem neu erschienene Buch mit dem Titel „Die Wahrheit im Fall Bertil Albertsson? Weißbuch“ gibt Håkan Nesser neue Hinweise auf die Identität des wahren Mörders, und wie immer bei Nesser, sollte man sich dabei herausgefordert fühlen, selbst zu denken.

Am 19. Dezember 2008 strahlte das schwedische Fernsehen die Verfilmung des Håkan Nesser Klassikers „Kim Novak badete nie im See von Genezareth“ aus. In einer kurzen Dokumentation im Anschluss an den Film erklärte der Autor, dass das Buch auf einer wahren Begebenheit beruhe und in der Hauptsache darauf basiere, was das reale Vorbild zum literarischen Erik in Gesprächen mit Nesser wiedergegeben habe. Demzufolge sei es Erik gewesen, der Berra ermordet habe, während Edmund die Mordwaffe versteckt habe. Nesser habe des weiteren „Erik“ versprochen, diese Details nicht vor Ablauf von frühestens10 Jahren nach Erscheinen des Romans zu enthüllen. In den vergangenen 10 Jahren sollen sich jedoch weitere Personen bei Nesser mit neuen Informationen zum Fall Berra Albertsson gemeldet haben, die zum Teil Eriks Angaben widersprechen. Unter anderem soll sich eine Schwester von Ewa gemeldet haben, die behauptet, dass sie im Gespräch mit Henry erfahren habe, dass beide Jungs, Erik und Edmund, unschuldig seien.
Gleichzeitig hat Nesser nun ein Buch mit dem Titel „Die Wahrheit im Fall Bertil Albertsson? Weißbuch“ herausgegeben, das das tatsächliche Rätsel um den Mord, der dem Roman zugrunde liegt, lösen soll. (Quelle: http://sv.wikipedia.org)

Torbjörn Forslid, Dozent an der Hochschule von Malmö, schrieb anlässlich der Veröffentlichung des „Weißbuches“ in der schwedischen Zeitung „Sydsvenskan“ (Quelle: http://sydsvenskan.se), dass auch dieses Buch mit dokumentarischem Einschlag mehr Fragen offen lasse als beantworte und dass es sich auch bei diesem Buch um eine reine Fiktionalisierung handele. In dem „Weißbuch“ träten die Hauptpersonen oder deren Angehörige selbst auf und diskutierten den Mordfall. Auch ein Leser des Romans träte auf und äußere psychologisch tiefschürfende Theorien. In einem weiteren Abschnitt, einem Lustmord an einem überschätzten Literaturwissenschaftler, spekuliert das Pseudonym Eugen G. Brahms, dass die Spuren im Roman zu Nesser selbst zurückführten. Eine eindeutige Antwort auf die Frage, wer Berra Albertsson ermordet hat, bekämen wir jedoch auch dieses Mal nicht, so Forslid weiter. „Ich hoffe, dass jeder Leser seine eigene Antwort mit diesem Werk finden möge“, wird Nesser zitiert.

Über Nessers Intention mit diesem „Weißbuch“ spekuliert Forslid, dass es dem Autor möglicherweise daran gelegen sei, seine Schriftstellerei aus dem „Krimisumpf“ zu heben und in die prestigevollere Diskussion um Fakten und Fiktion einzutreten. Es gäbe sowohl zu Cervantes und Shakespeare als auch zu Kant Referenzen. Außerdem habe es sicher auch mit der Rolle des Autors in der heutigen medialen Öffentlichkeit zu tun, schließt Forslid seinen Artikel ab. Texte zu produzieren, sei ein Muss, ebenso wie wahrgenommen zu werden – und was wäre dafür besser geeignet als ein Spin-Off des berühmtesten Mordfalls des Autors?

Johan Svedjedal führt dazu in seinem Artikel in Dagens Nyheter weiter aus, dass in dem Buch bindende Beweise vorgetragen würden, die nahe legten, dass mindestens drei der vier Verdächtigen schuldig seien. Eine andere Theorie, deren Gegenteil zumindest nicht bewiesen ist, geht davon aus, dass Berra Altbertsson sich selbst tötete, indem er die Autotür zu kräftig geöffnet habe. Mit Hilfe von alten Karten versuche außerdem Brahms zu beweisen, dass Nesser selbst in Wirklichkeit der Täter war, während eine andere Person gleichzeitig enthülle, dass Brahms eigentlich das Pseudonym für Kommissar Lindström sei, der in dem Roman die Ermittlungen leitete.

Svedjedal schließt mit der Frage, wer eigentlich bewiesen habe, dass sich Bertil Albertsson nicht schon seit langem als Håkan Nesser ausgegeben und sich auf diese Weise, listig in der Öffentlichkeit versteckt habe? Indiziere das Fragezeichen im Romantitel nicht die Auflösung des Falls – eine allzu deutliche Anspielung auf T.S. Eliots Worte „Mein Schluss ist mein Anfang“? Dieses neue Werk Nessers zeige kurz gesagt, dass die Ermittlungen im Fall Albertsson nun auf einer Ebene weitergeführt werden müssten, auf der man voraussetze, dass die Romanpersonen und der Autor selbst in heimlicher Konspiration zueinander stünden, um die Wahrheit zu unterdrücken.


Buchtipp
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Redakteurin:
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